Beitragsbild: Andy Albert zeigte es schon in der Pause an: Dieses Ding gewinnen wir heute 3:1
Sensation beim Tabellenführer: TSV Bad Königshofen siegt in Bremen
Déjà-vu mit entscheidendem Unterschied
Eigentlich gab es viele Parallelen zur 0:3-Heimniederlage gegen Werder Bremen in der Vorrunde. Die ersten drei Paarungen waren identisch zur Vorrunde, wenn auch in etwas anderer Reihenfolge. Wieder verlor Andre Bertelsmeier glatt gegen Mattias Falck. Wieder gingen die beiden anderen Einzel – Bastian Steger gegen Marcello Aguirre sowie Daniel Habesohn gegen Kirill Gerassimenko – in den Entscheidungssatz.
Und doch war diesmal alles anders: Anders als im Vorrundenspiel behielt der TSV Bad Königshofen in den engen Momenten die Nerven. Beide Entscheidungssätze gingen dieses Mal an unseren TSV – und statt eines 0:3-Rückstands stand plötzlich eine 2:1-Führung für uns auf der Anzeigetafel.
Daniel Habesohn: Spielte sich endgültig in die Herzen der Fans
Neuzugang Daniel Habesohn zeigte, dass er inzwischen voll beim TSV angekommen ist. Nach der gemeinsamen Vorbereitung des gesamten Teams in Düsseldorf revanchierte er sich für die Niederlage gegen den Kasachen im Vorspiel, als er dort im Entscheidungssatz noch einen Matchball vergeben hatte.
Dieses Mal hatte der Österreicher im fünften Satz auch das sprichwörtliche Glück des Tüchtigen auf seiner Seite: Drei Lucky Points brachten die Entscheidung und einen spürbaren Stimmungsumschwung. Dieses Team glaubte wieder an sich.
Steger bezwingt erstmals Falck
Sollte der TSV nicht auf das Doppel angewiesen sein, musste nun Bastian Steger im Spitzeneinzel liefern – und seine Aufgabe hätte kaum schwerer sein können. Mit Mattias Falck stand ihm der Vizeweltmeister von 2019 und Doppelweltmeister von 2021 gegenüber, der mit einer Bilanz von 10:4 der stärkste Bremer Spieler war. Zudem hatte Steger diesen Gegner bislang noch nie bezwingen können.
Der Start war vielversprechend: Steger gewann den ersten Satz mit 11:8 und führte im zweiten scheinbar sicher mit 8:3. Trotz insgesamt drei Satzbällen ging dieser Durchgang jedoch noch mit 11:13 verloren. Kurzzeitig wurden Erinnerungen an viele „vergeigte“ Spiele unserer Akteure aus der Vorrunde wach. Doch nur kurzfristig, denn Basti ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Er blieb für seine Verhältnisse ungewöhnlich nah am Tisch, agierte extrem aggressiv und traf immer wieder den Wechselpunkt des 1,92 Meter großen Schweden. Am Ende gewann er die nächsten beiden Sätze souverän mit 11:4 und 11:8 – der verdiente Auswärtssieg war perfekt. Nebenbei bemerkt: Nach diesem Erfolg gegen Falck und seinen Vorrundensiegen gegen Källberg und Karlsson hat Basti bis auf Moregardh nun die schwedische Nationalmannschaft durch. 🙂
Ausgelassene Feier in fremder Halle
Die mitgereisten Fans skandierten lautstark „Auswärtssieg“ und feierten die Mannschaft mit einer La-Ola-Welle in der Bremer Halle. Das Spiel hat einmal mehr gezeigt, dass diese Bundesliga so ausgeglichen wie nie zuvor ist.


Stimmen zum Spiel
Daniel Habesohn:
„Die Saison ist bisher nicht wirklich gut gelaufen. Dieser Sieg war extrem wichtig. Als Tabellenletzter stehen wir nicht gut da. Heute war ich der Glücklichere gegen Gerassimenko. Im letzten Spiel gegen Anders Lind hatte ich im Entscheidungssatz drei Kantenbälle und Netzroller gegen mich.
Ich war überrascht, dass so viele Fans mitgefahren sind. Sie haben schon vor dem Spiel gesagt: Das gewinnen wir heute.“
Basti im Interview mit Dennis Heinemann von Dyn
Bastian Steger:
„Ein super Abend für uns. Dass es so läuft, haben wir uns erhofft, aber nicht unbedingt erwartet. Ich bin selbst von meiner Leistung überrascht. Insgesamt war es aber eine starke Teamleistung. Die Fans aus Bad Königshofen sind etwas ganz Besonderes – danke an alle, die mitgereist sind.“
Auf die Frage von Dyn-Moderator Heinemann „Wo landet der TSV am Ende der Saison“, machte Basti eine klare Ansage an die Konkurrenz: Platz 8.
Am Samstag um 15:00 Uhr steht nun das nächste richtungsweisende Spiel daheim gegen Zugbrücke Grenzau an. Mit dem ersten Heimsieg der Saison könnte der TSV vielleicht schon die rote Laterne abgeben. Es sind für dieses Spiel noch einzelne Kartenkategorien erhältlich.

