Andres Siegesserie in Singapur gestoppt von Anders Lind

Singapur Smash – erste Höhepunkt des Jahres im internationalen Turnierkalender mit Daniel und Andre

Vom 19. Februar bis 1. März 2026 findet in Singapur der Singapore Smash statt. Das Turnier zählt zu den bedeutendsten Veranstaltungen im internationalen Tischtennis. In den Einzelwettbewerben können die Spielerinnen und Spieler bis zu 2.000 Weltranglistenpunkte sammeln – mehr gibt es bei keinem anderen WTT-Turnier. Entsprechend hochklassig ist das Teilnehmerfeld: Das „Who is Who“ der Szene ist vertreten. Von den Top 40 der Weltrangliste fehlt lediglich der Chinese Liang Jingkun (Weltranglistenplatz 10).

Andre Bertelsmeier erreicht erstmals das Hauptfeld

Andre Bertelsmeier hat beim hochdotierten WTT Singapore Smash (1,55 Mio. US-Dollar Preisgeld) erstmals den Sprung in das 64er-Hauptfeld geschafft – und das mit einer beeindruckenden Qualifikationsserie von drei Siegen in Folge. 45 Weltranglistenpunkte sind ihm damit bereits sicher – verbunden mit einem weiteren Sprung nach oben im Ranking.

Der 20-jährige Bad Königshofener überzeugte in der Qualifikation mit Nervenstärke und einer bemerkenswert reifen Leistung. Bereits in der ersten Runde ließ er dem Neuseeländer Dean Shu beim klaren 3:0 (11:5, 11:6, 11:8) keine Chance. Auch gegen den Brasilianer Guilherme Teodoro behielt Andre mit 3:1 (11:3, 11:4, 4:11, 11:7) souverän die Oberhand und zog verdient in die entscheidende dritte Runde ein.

Dort wartete mit dem Mexikaner Rogelio Castro ein hartnäckiger Gegner, der zuvor den an Position eins in der Qualifikation gesetzten Inder Sathiyan Gnanasekaran (WR 43) mit 3:1 ausgeschaltet hatte. Nach verlorenem ersten Satz zeigte Andre vor allem in den engen Spielphasen seine Klasse: Er traf die besseren Entscheidungen und spielte mutig sowie variabel. In einer hochklassigen und spannenden Partie drehte er das Match und setzte sich am Ende knapp mit 8:11, 12:10, 12:10 und 13:11 durch.

Damit sicherte sich Andre im 64 Teilnehmer starken Qualifikationsfeld einen der begehrten acht Plätze für das Hauptfeld.

Dort traf er nicht -wie eigentlich ausgelost- auf den Südkoreaner Oh Junsung, aktuell die Nummer 20 der Weltrangliste. Dieser hatte sich verletzt. Als Gegner bekam er mit unserem ehemaligen Spieler aus Zweitligazeiten, den Portugiesen Joao Geraldo, einen lucky loser zugeteilt. Joao (72. der Weltrangliste) hatte in der entscheidenden 3. Qualifikationsrunde 2:3 gegen den HongKong-Chinesen Chan Baldwin  verloren und nun vom Verletzungspech des Südkoreaners Junsung profitiert.

22.02.2026 Andre Bertelsmeier nutzte im Duell der Qualifikanten seine Chance zum Einzug in die zweite Hauptrunde, gleichbedeutend schon jetzt mit 100 Weltranglistenpunkte! Der formstarke Bad Königshofener setzte sich nach seinen vorausgegangenen drei Vorrundensiegen auch gegen Joao Geraldo in vier Sätzen durch. Vorentscheidend für das 3:1 war der Gewinn des dritten Satzes, in dem Andre drei Satzbälle (bei 8:10 und bei 10:11) des Portugiesen zum 2:2-Ausgleich abwehrte und selbst seinen zweiten nutzte. Der deutsche Doppel-Meister erklärte nach seinem Erfolg: „Ich habe sehr gut gekämpft und mir den vorentscheidenden dritten Satz nach Rückstand noch geklaut. Mit meiner Performance bin ich sehr zufrieden. Gegen meinen nächsten Gegner (Anm.: Der Däne Anders Lind, aktuelle Nr. 17 der Welt) habe ich zuvor noch nie gespielt. Er hat mit seinem heutigen Sieg gezeigt, dass er in guter Form ist. Ich bin der Außenseiter und kann befreit aufspielen. Mal sehen, wie sehr ich ihn ärgern kann.“

24.02.2026  Andre Bertelsmeier Siegesserie beim Singapore Smash endet gegen Anders Lind

Für Andre Bertelsmeier ist die Premiere beim Singapore Smash nach zuvor vier starken Erfolgen in Folge zu Ende gegangen. Der 20-Jährige musste sich in der zweiten Einzelrunde dem Dänen Anders Lind in drei Sätzen (8:11, 7:11, 9:11) geschlagen geben.

Im ersten Aufeinandertreffen mit dem äußerst unkonventionell agierenden Lind – der zuvor Dimitrij Ovtcharov in fünf Sätzen bezwungen hatte – war Andre bis zum 8:8 im Auftaktsatz auf Augenhöhe. Der zweite Satz war dann eine klare Angelegenheit für den 17. Der Weltrangliste mit einem 11:7. Im dritten Durchgang lag für Andre bei einer 9:5 Führung ein Satzgewinn in Reichweite. Doch Lind holte sich noch den Satz und den Sieg mit einer Serie von sechs Punkten in Folge und sicherte sich den Einzug ins Achtelfinale.

Andre kann auf eine überzeugende Turnierwoche mit vier Erfolgen am Stück zurückblicken. In der Weltrangliste dürfte er dank der 100 Punkte, die er für Singapur erhalten wird, ein gutes Stück nach vorne kommen. Aktuell steht er noch auf Platz 79.

In jedem Fall geht unser Glückwunsch an Andre. Wir hoffen, dass er seine überragende Form für das am 15.03. anstehende Punktspiel gegen Bergneustadt konservieren kann.

Daniel Habesohn ohne Fortune: Auch im Doppel in 5 Sätzen gescheitert

Neben Andre war auch unser  Daniel Habesohn in Singapur am Start.

Daniel griff bereits in der ersten Qualifikationsrunde ins Geschehen ein und setzte direkt ein Ausrufezeichen. Gegen den an Position fünf gesetzten Chilenen Nicolas Burgos lieferte er sich ein intensives Fünf-Satz-Duell. Nach wechselhaftem Verlauf behielt Daniel die Nerven und gewann mit 3:2 (9:11, 11:5, 11:4, 9:11, 11:7) – eine starke Leistung gegen einen leicht favorisierten Gegner, wenn man die Weltrangliste zu Grunde legt.

In Runde zwei wartete mit Alvaro Robles (WR 73) aus Spanien ein weiterer Hochkaräter, der viele Jahre in der Bundesliga für Grenzau, Bergneustadt, Grünwettersbach und Ochsenhausen aktiv war. Erneut entwickelte sich ein packendes Fünf-Satz-Spiel. Nach einer 2:1-Satzführung hatte Daniel vor allem im vierten Durchgang bei 10:10 große Chancen, das Match vorzeitig zu entscheiden. Am Ende musste er sich jedoch knapp mit 11:9, 4:11, 11:8, 10:12 und 6:11 geschlagen geben.

Auch wenn der Einzelwettbewerb damit beendet war, blieb Daniel in Singapur erstmal mit dem Doppel weiterhin im Rennen.

Gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Robert Gardos, mit dem er bereits zweimal EM-Gold und einmal EM-Silber gewinnen konnte, zählte Daniel in der ersten Doppelrunde zu den leicht favorisierten Paarungen. Das eingespielte österreichische Duo ging am Montag  gegen Nicolas Burgos und Gustavo Gomez aus Chile an den Tisch. Gegen Burgos hatte  Daniel bereits im Einzel gewonnen. Am Ende jubelten die beiden Südamerikaner mit 3:2 Sätzen (11:8, 17:15, 9:11, 6:11, 11:8). Vor allem der zweite Satz, der mit 17:15 verloren ging, schmerzte am Ende, denn Daniel und Robert hatten bei 10:9 und bei 11:10 jeweils einen Satzball nicht nutzen können.

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