Erstes Rückrundenspiel
Erster gegen Letzten – schwere Aufgabe an der Weser
Zum Auftakt der Rückrunde wartet auf uns direkt ein echtes Brett: Wir reisen als Tabellenletzter zum Spitzenreiter nach Bremen. Die Rollen scheinen klar verteilt. Werder hat die Vorrunde zum ersten Mal in seiner Bundesligageschichte überhaupt auf Platz eins abgeschlossen, wir bilden aktuell das Tabellenende. Das Hinspiel in Bad Königshofen ging mit 0:3 verloren, zudem konnten die Norddeutschen in der Vorrunde alle ihre Heimspiele gewinnen. Während Bremen im positiven Sinne die große Überraschung der Hinserie war, verlief die Vorrunde für unseren TSV mit Blick auf die Punktausbeute enttäuschend. Rein tabellarisch scheint der Sieger also bereits vor Spielbeginn festzustehen.
Warum wir dennoch an unsere Chance glauben
Ganz so eindeutig ist die Ausgangslage bei genauerem Hinsehen allerdings nicht. Das 0:3 aus dem Hinspiel täuscht über den tatsächlichen Spielverlauf hinweg. Zwei der drei Einzel wurden erst im Entscheidungssatz entschieden – und dort jeweils erst mit 12:10 in der Verlängerung zu Gunsten von Werder. Wir waren also deutlich näher dran, als es das nackte Ergebnis vermuten lässt.
Hinzu kommt: In der Vorrunde konnten wir zwei Auswärtssiege feiern und im vergangenen Jahr sogar beide Begegnungen gegen Bremen gewinnen. Die Reise an die Weser ist für uns also keineswegs automatisch mit einer Niederlage verbunden.
Aufsteigende Form zum Ende der Vorrunde
Der wichtigste Faktor ist jedoch unsere eigene Entwicklung. Nach einer schwierigen und für uns gebrauchten Vorrunde haben unsere Spieler in den letzten beiden Partien wieder klar zur Form gefunden. Der 3:0-Auswärtssieg in Bergneustadt war vor allem auch wegen der Höhe beinahe sensationell und setzte ein starkes Ausrufezeichen. Auch die anschließende 2:3-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund fühlte sich eher wie ein Schritt nach vorne an, denn Dortmund reiste (was in der Vorrunde nicht so oft geschah) mit ihren beiden Topspielern Lind und Karlsson an. Am Ende war es dennoch ein Duell auf absoluter Augenhöhe. Diese Partie hat uns deutlich gezeigt: Wir können auch mit den Topteams der Liga mithalten.
Mehr Variabilität in der Aufstellung
Für das Spiel in Bremen kann Headcoach Itagaki wieder auf André Bertelsmeier zurückgreifen. Damit gewinnen wir zusätzliche Optionen in der Aufstellung und mehr taktische Flexibilität – ein wichtiger Aspekt gegen ein so konstant besetztes Team wie Werder.
Apropos Konstanz: Mattias Falck (9:4) und Kirill Gerassimenko (11:7) standen in jedem der elf Vorrundenspiele an der Platte – als einzige Spieler der gesamten Tischtennis-Bundesliga. Ergänzt wird das Duo durch Neuzugang Irvin Bertrand, der in sieben Einsätzen eine starke 6:1-Bilanz vorweisen kann, sowie Marcello Aguirre (3:1). Dazu kommt ein bislang makelloses Doppel mit zwei Siegen aus zwei Spielen. Auf unserer Seite weist bislang lediglich Basti Steger mit 7:4 eine positive Einzelbilanz auf.
Xue Fei fehlt – Blick nach Doha
Nicht zur Verfügung stehen wird in Bremen in jedem Fall unser Rückrundenneuzugang Xue Fei. Der Chinese ist vom Verband für das parallel stattfindende WTT Star Contender in Doha nominiert und wird nicht abgestellt. Dort schlagen mit 18 Spielern aus den Top 30 der Weltrangliste zahlreiche Weltklassespieler auf. Wir blicken natürlich gespannt nach Doha und sind neugierig, wie sich unser Neuzugang dort präsentieren wird.
Fazit
Die Favoritenrolle liegt klar bei Werder Bremen. Dennoch fahren wir nicht an die Weser um lediglich die Punkte abzuliefern. Die knappen Duelle aus dem Hinspiel, unsere zuletzt deutlich verbesserte Form und die zusätzliche Variabilität in der Aufstellung machen Mut. Wenn es allen unseren Spielern gelingt, an ihre Leistungsgrenze zu gehen, können wir auch beim Spitzenreiter für Spannung sorgen.

