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Starke Königshöfer Bilanz bei den Jugend-Europameisterschaften
Bei den Jugend-Europameisterschaften für Mannschaft, Einzel, Doppel und Mixed im portugiesischen Gondomar standen gleich zwei Akteure mit Königshöfer Bezug im Mittelpunkt. Für Deutschland ging Koharu Itagaki in der U19 an den Start und bestritt dabei offiziell ihr letztes Turnier im Trikot des TSV Bad Königshofen. In der U15 vertrat der in Bad Königshofen lebende Volodymyr „Vova“ Nevizhyn die Ukraine.
Koharu Itagaki überzeugt in ihrem ersten U19-Jahr
Nachdem Koharu im vergangenen Jahr in der U15 nahezu alles gewonnen hatte – gekrönt vom Weltmeistertitel –, stellte sie sich nun als erst 16-Jährige der deutlich älteren Konkurrenz in der U19 und spielte ein herausragendes Turnier.
Mannschaft: Bronze für Deutschland
Im Mannschaftswettbewerb führte Koharu das deutsche Team als Nummer eins bis ins Halbfinale. Auf dem Weg dorthin blieb sie bei den Erfolgen gegen Kroatien (3:1) und Bulgarien (3:0) ohne Satzverlust. Erst im Halbfinale war gegen die topgesetzten Französinnen Endstation. Deutschland unterlag mit 0:3, wobei Koharu gegen Europas Nummer eins Nina Guo Zheng in drei Sätzen verlor. Die Bronzemedaille war dennoch ein großer Erfolg für Team Deutschland um die erst sechszehnjährige Koharu.
Doppel: Viertelfinale nach starkem Turnier
Gemeinsam mit Lisa Wang erreichte Koharu das Viertelfinale. Nach einem hart umkämpften 3:2-Auftaktsieg gegen ein ungarisches Doppel folgten überzeugende Erfolge gegen Molnarova/Vanisova (Slowakei) und Holda/Davidov (Polen/Israel). Im Viertelfinale warteten erneut Nina Guo Zheng und ihre Partnerin Hochart, die sich schließlich in drei Sätzen durchsetzten.
Einzel: Dramatisches Achtelfinale gegen die spätere Europameisterin
Auch im Einzel meinte es die Auslosung nicht gut mit Koharu. Nach souveränen Siegen gegen die Schwedin Clara Kellermann (4:0) und die Litauerin Lukrecija (4:1) traf sie bereits im Achtelfinale erneut auf Nina Guo Zheng.
Die Partie entwickelte sich zu einem der spektakulärsten Spiele des gesamten Turniers. Nach zwei klar verlorenen Sätzen kämpfte sich Koharu eindrucksvoll zurück, gewann die folgenden beiden Durchgänge deutlich und wehrte später im sechsten Satz insgesamt sechs Matchbälle ab und glich zum 3:3 in Sätzen aus. Im entscheidenden siebten Satz führte sie zwischenzeitlich 4:1, glich einen 8:10-Rückstand nochmals aus und musste sich schließlich erst mit 10:12 geschlagen geben.
Rückblickend war dies das einzige Match des gesamten Turniers, in dem die spätere Europameisterin ernsthaft ins Wanken geriet. Viertelfinale, Halbfinale und Finale gewann Guo Zheng anschließend deutlich.
Mixed: Achtelfinale erreicht
Im Mixed trat Koharu gemeinsam mit dem Polen Mateusz Zyworonek an. Nach Siegen gegen Paarungen aus Ungarn und England erreichten beide das Achtelfinale eines 128er-Feldes. Dort unterlagen sie dem russischen Duo Samokhin/Bokova mit 1:3.
Volodymyr Nevizhyn gewinnt Bronze im Einzel
Auch Volodymyr „Vova“ Nevizhyn zeigte in der U15 ein überragendes Turnier. Der in Bad Königshofen lebende Ukrainer, der bereits für die zweite Mannschaft des TSV in der Regionalliga spielt und künftig auch eine Bundesligalizenz erhält, startete in Einzel, Doppel und Mixed.
Doppel: Achtelfinale nach starker Aufholjagd
Mit seinem bulgarischen Partner Miroslav Schmidt erreichte Vova das Achtelfinale. Nach Erfolgen gegen die Slowenen Glavic/Malic sowie Johnston/Escudier aus Frankreich wartete dort die österreichisch-spanische Paarung Fegerl/Mayorov.
Nach einer 2:0-Satzführung schien der Viertelfinaleinzug bereits greifbar, doch im vierten Satz vergaben Vova und Schmidt mehrere Möglichkeiten zum entscheidenden Sieg und unterlagen schließlich noch mit 2:3.
Mixed: Unter den besten 16
Auch im Mixed spielte sich Vova gemeinsam mit seiner Landsfrau Veronika Pryshchepa bis ins Achtelfinale vor. Nach Siegen gegen dänische, schwedische sowie spanisch-österreichische Paarungen war dort gegen die Franzosen Sandona/Rochut Endstation.
Einzel: Bronze nach beeindruckendem Turnier
Seine stärkste Leistung zeigte Vova im Einzel. Nach einem Freilos gewann er zunächst klar mit 4:0 gegen den Luxemburger Spyros Sarigiannidis. Anschließend setzte er sich sowohl gegen den Finnen Koivumäki als auch gegen den Spanier Malov jeweils mit 4:2 durch und zog damit ins Viertelfinale ein.
Dort ließ der 18. der U15-Europarangliste dem portugiesischen Lokalmatador Rodrigo Andrade beim 4:0-Erfolg keine Chance und sicherte sich damit bereits die Bronzemedaille, da es kein Spiel um Platz drei gibt.
Im Halbfinale fehlte nur wenig zur Sensation. Gegen den Schweden Emil Ellermann, die Nummer neun der europäischen Rangliste, führte Vova nach Sätzen bereits mit 3:1. Am Ende setzte sich jedoch die größere Erfahrung seines Gegners durch, sodass Vova noch mit 3:4 unterlag.
Die Bronzemedaille bedeutet dennoch den bislang größten internationalen Erfolg seiner Karriere und wird ihm zugleich einen deutlichen Sprung in der europäischen Rangliste einbringen. Vor allem aber hat er eindrucksvoll bewiesen, dass er bereits heute zur absoluten europäischen Spitze seiner Altersklasse gehört.
Königshöfer Trainingsarbeit trägt Früchte
Aus Sicht des TSV Bad Königshofen unterstreichen die Ergebnisse einmal mehr die hervorragende Nachwuchsarbeit und die optimalen Trainingsbedingungen vor Ort. Die eigene Trainingshalle, die nahezu rund um die Uhr genutzt werden kann, bietet ideale Voraussetzungen für die Entwicklung junger Talente.
Die Erfolge sprechen für sich: Koharu Itagaki wurde im vergangenen Jahr unter dem Dach des TSV Europa- und Weltmeisterin der U15 und erreichte nun bereits in ihrem ersten U19-Jahr das Halbfinale mit der Mannschaft sowie das Achtelfinale im Einzel gegen die spätere Europameisterin. Volodymyr Nevizhyn gewann bei den U15-Europameisterschaften die Bronzemedaille im Einzel und etablierte sich endgültig in der europäischen Spitze seiner Altersklasse.
Hinzu kommt mit André Bertelsmeier ein weiterer aktueller U21-Europameister in den Reihen des TSV Bad Königshofen. Auch wenn Andre am Bundesstützpunkt in Düsseldorf trainiert und nicht in Bad Königshofen, unterstreicht sein Titelgewinn die außergewöhnliche sportliche Qualität, die der TSV inzwischen in seinen Reihen vereint.

