Wieder nichts mit dem Final Four: Pokal-Aus gegen Borussia Dortmund

TTBL

 Er kann lächeln trotz Pokal-Aus im Viertelfinale, denn er hat bislang vieles richtig gemacht: unser neuer Headcoach Timo Neumann (Beitragsbild und alle weiteren: Philipp Wohlfart)

Unser Pokaltraum endet im Viertelfinale

Es ist wie verhext: Wir schaffen zwar souverän den Sprung ins Viertelfinale – aber genau hier endet unsere Pokalreise auch. Der erstmalige Einzug ins Final Four bleibt uns auch in dieser 10. TTBL-Saison verwehrt.

Nach unserem überzeugenden 3:0-Erfolg am Samstag gegen den TTC Bad Homburg mussten wir uns am Sonntag in der Kia Metropol Arena in Nürnberg Borussia Dortmund mit 0:3 geschlagen geben. Das Ergebnis klingt dabei deutlicher, als es der Spielverlauf tatsächlich war. Drei Mal stand es 1:1 nach Sätzen – und drei Mal hatte am Ende der BVB die Nase vorn.

Das ist bitter. Denn wir waren dran. Doch gerade auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten, und in den entscheidenden Momenten hatten die Dortmunder an diesem Tag das bessere Ende für sich und gewannen dadurch auch verdient.

Perfekter Auftakt gegen Bad Homburg

Am Samstag waren wir im Achtelfinale von Beginn an auf Betriebstemperatur. Cheftrainer Timo Neumann schickte Andre Bertelsmeier, Filip Zeljko und Bastian Steger ins Rennen – und unsere Aufstellung sollte sich als goldrichtig erweisen.

Andre erwischte gegen den Ungarn Csaba Andras, der zuletzt mit starken Ergebnissen auf sich aufmerksam gemacht hatte, einen Traumstart. Mit 11:4 holte er sich den ersten Satz. Andras schlug allerdings zurück und drehte den zweiten Durchgang nach einem 6:10-Rückstand noch zum 12:10.

Doch Andre ließ sich davon nicht beeindrucken. Die beiden folgenden Sätze gingen mit 11:7 und 11:4 an unseren Youngster – der erste Punkt war damit auf unserem Konto.

Anschließend war unser „Speedking“ Filip Zeljko an der Reihe. Gegen seinen kroatischen Landsmann Ivor Ban ließ Filip überhaupt nichts anbrennen. Mit 11:9, 11:4 und 11:5 machte er kurzen Prozess und erhöhte auf 2:0.

Den Deckel auf den Viertelfinaleinzug machte dann unser Kapitän Bastian Steger. Auch Basti blieb gegen Benno Oehme ohne Satzverlust und sorgte mit seinem 3:0 für einen rundum gelungenen Pokalauftakt beim erstmals ausgetragenen Grand Opening.

TSV Bad Königshofen – TTC Bad Homburg 3:0

  • Andre Bertelsmeier – Csaba Andras 11:4, 10:12, 11:7, 11:4
  • Filip Zeljko – Ivor Ban 11:9, 11:4, 11:5
  • Bastian Steger – Benno Oehme 11:6, 11:9, 11:8

Düsseldorf draußen – Dortmund wartet

Dass im Pokal alles möglich ist, hatte sich bereits am Samstag eindrucksvoll gezeigt. Borussia Düsseldorf trat in seiner bestmöglichen Besetzung mit Fan Zhendong, Dang Qiu und Anton Källberg an – und musste sich trotzdem mit 1:3 dem TTC Liebherr Ochsenhausen geschlagen geben.

Damit verpassten die Düsseldorfer bereits zum dritten Mal in Folge den Einzug ins Final Four.

Ochsenhausen wird allerdings ebenfalls nicht den Weg nach Ulm zum Halbfinale antreten (s.u.). Borussia Dortmund setzte sich im Achtelfinale souverän mit 3:0 gegen Zugbrücke Grenzau durch und wartete damit am Sonntag auf uns.

Und der BVB brachte ein echtes Weltklasse-Trio an den Tisch: Anders Lind, João Geraldo und Kristian Karlsson. Lind (WR 12) und Geraldo (WR 31) gehören zur absoluten internationalen Spitze, Karlsson (WR 47) wurde 2021 Doppel-Weltmeister. Dortmund hatte damit nicht nur drei starke, sondern auch drei äußerst erfahrene Spieler aufgeboten.

Drei Mal 1:1 – drei Mal am Ende 1:3

Für das Viertelfinale veränderte Timo Neumann unsere Aufstellung. Bastian Steger rückte an Position eins, Daniel Habesohn spielte auf zwei und Andre Bertelsmeier auf drei.

Und wir starteten keineswegs chancenlos in dieses Duell. Im Gegenteil: In allen drei Begegnungen stand es nach den ersten beiden Sätzen ausgeglichen 1:1. Doch danach fehlte teilweise das kleine Quäntchen, das in solchen Spielen den Unterschied macht.

Den Anfang machte unser Kapitän Bastian Steger gegen Kristian Karlsson. Nach dem Satzausgleich durch Basti im zweiten zog Karlsson davon und sicherte sich souverän Satz 3. Im vierten konnte Basti zwar noch einmal zwei Matchbälle abwehren, aber bei 10:9 nutzte der Schwede seinen dritten Matchball und holte den ersten Punkt für Dortmund – für Basti war es zugleich die erste Saisonniederlage.

Anschließend bekam es Daniel Habesohn mit Anders Lind zu tun. 

Spielentscheidend vermutlich der dritte Satz: Daniel führte gegen den Weltranglisten-12. mit 9:7, hatte bei 10:9 sogar Satzball – und dazu eigenen Aufschlag. Doch Lind blieb cool, drehte den Satz noch zum 12:10 und nahm damit einen entscheidenden Schritt in Richtung Sieg. Auch den vierten Durchgang sicherte sich der Däne.

Damit stand es 0:2.

Geraldo mit den besseren Nerven

Jetzt lag es an Andre Bertelsmeier, uns noch einmal zurück ins Spiel zu bringen. Und auch Andre hatte seine Chancen gegen João Geraldo (Weltrangliste 37), hätte ebenso 2:1 in Führung gehen können. Der Portugiese beim BvB, der in der Saison 2015/16 unser TSV-Trikot getragen hatte, musste sich mächtig strecken. Wieder stand es 1:1 nach Sätzen. Und wieder war es im dritten Durchgang ganz eng.

Bei 10:10 hatte Andre die Möglichkeit, mit einer 2:1-Satzführung die Tür weit zu seinen Gunsten aufzustoßen. Doch Geraldo behielt die Nerven, holte sich den Satz mit 12:10 und setzte anschließend auch den vierten Durchgang mit 11:9 durch.

Damit war unser Pokal-Aus besiegelt.

Andre lieferte sich mit Joao Geraldo Hochgeschwindigkeits-TT vom feinsten. Am Ende gaben Nuancen den Ausschlag für den Portugiesen beim BvB

Borussia Dortmund – TSV Bad Königshofen 3:0

  • Kristian Karlsson – Bastian Steger 3:1
  • Anders Lind – Daniel Habesohn 3:1
  • João Geraldo – Andre Bertelsmeier 3:1

Bitteres Aus – und dennoch viel Positives für kommende Aufgaben

Natürlich hätten wir uns diesen Sonntag anders vorgestellt. Wir wollten nach dem starken Auftakt unbedingt den nächsten Schritt machen und erstmals ins Final Four einziehen.

Und genau deshalb tut diese Niederlage weh. Gerade, weil wir eben nicht komplett chancenlos waren – sondern weil wir in allen drei Spielen gegen den BvB unsere Möglichkeiten hatten. Ein Satz hier, ein Ball dort, ein eigener Aufschlag beim Satzball: Manchmal liegen Sieg und Niederlage auf diesem Niveau tatsächlich nur einen oder wenige Punkte auseinander.

Dortmund hat an diesem Tag diese entscheidenden Momente besser genutzt und steht damit verdient erstmals in der Vereinsgeschichte im Final Four. Glückwunsch an den BVB!

Die TTBL bleibt unberechenbar

Wie stark und unberechenbar unsere Liga auch in dieser Saison ist, zeigte sich anschließend im zweiten Viertelfinale. Der TTC Liebherr Ochsenhausen hatte am Vortag noch überraschend das Starensemble aus Düsseldorf ausgeschaltet – und musste sich nun seinerseits dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell geschlagen geben.

Dabei waren die Osthessen mit drei Niederlagen in die Saison gestartet, unter anderem mit einer Heimniederlage gegen Bad Homburg – jenes Bad Homburg, das uns am Tag zuvor im Pokal noch gegenübergestanden hatte und das wir wiederum klar besiegen konnten.

Für uns gilt es, sich ab sofort wieder auf die kommenden Aufgaben in der Liga zu konzentrieren. Und damit sind wir auch schon beim Blick nach vorne: Am kommenden Sonntag, 6. September, empfangen wir den TTC Liebherr Ochsenhausen bei uns in der Shakehands-Arena. Nach dem Pokalwochenende könnte man nun auf die Idee kommen, aus den Ergebnissen der vergangenen Tage irgendwelche Favoritenrollen abzuleiten. Doch das wäre im Tischtennis ein gefährliches Unterfangen.

Denn das Transitivitätsgesetz gilt im Tischtennis bekanntlich nur sehr eingeschränkt: Fulda verliert zu Hause gegen Bad Homburg, schlägt anschließend Ochsenhausen – und wir schlagen Bad Homburg klar mit 3:0. Daraus abzuleiten, dass wir deshalb am kommenden Sonntag automatisch als Favorit gegen Ochsenhausen an den Tisch gehen, verbietet sich.

Ganz im Gegenteil: Wir wissen, was uns erwartet. Ochsenhausen hat mit seinem Sieg gegen Düsseldorf eindrucksvoll bewiesen, welche Qualität in dieser Mannschaft steckt.

Wir freuen uns auf Sonntag und auf unsere Shakehands-Arena, wenn es dann wieder heißt:

Weltklasse in Bad Königshofen – Wir bringen die Weltklasse nach Bayern

 

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