Nicht nur er hatte einen gebrauchten Tag: Unser speedking bei der Niederlage gegen Iulian Chirita
Beitragsbild und alle anderen Bilder: Sportfoto Philipp Wohlfart
Am Netz lag es nicht, auch wenn die Netzkarte oft strapaziert wurde: Filip Zeljko und Iulian Chirita
Auch die 440 Fans lieferten die gewohnt starke Performance ab und dennoch…….
…..Ein gebrauchter Tag: TSV unterliegt Ochsenhausen mit 0:3
Sowohl bei uns als auch bei Liebherr Ochsenhausen fehlte mit Bastian Steger beziehungsweise Shunsuke Togami die jeweilige Nummer eins. Wir waren deshalb vor der Partie durchaus ein wenig zu favorisieren. Schließlich hatten wir gehofft, dass wir den Ausfall unseres Spitzenspielers durch die größere Breite unseres Kaders besser kompensieren können. Dass es am Ende so deutlich anders kommen würde, lag vor allem an einer kollektiven Underperformance unseres gesamten Teams.
Timo Neumann stellte Andre Bertelsmeier an Position eins auf, dahinter sollten die zuletzt überzeugenden Daniel Habesohn und Filip Zeljko für die Punkte sorgen. Ochsenhausens Trainer Bogdan Pugna setzte an Position eins auf den Rumänen Darius Movileanu, brachte an zwei erstmals in dieser Saison den Spanier Daniel Berzosa und stellte mit Iulian Chirita den vermeintlich stärksten Spieler an Position drei auf. Dahinter hatte man offenbar bereits das mögliche 2:2 und das gut eingespielte Doppel Chirita/Abiodun im Hinterkopf. Aus Sicht der Gäste sollte sich diese Überlegung allerdings als unnötig erweisen.
Bereits im Auftaktmatch deutete sich an, dass es für uns ein gebrauchter Tag werden könnte – wie es Geschäftsführer Sport Andy Albert später treffend formulierte.
Unser U21-Europameister Andre Bertelsmeier hatte immer wieder Probleme mit dem Aufschlag von Daniel Berzosa und produzierte unerklärlich viele sogenannte „unforced errors“, also vermeidbare Fehler ohne Not. Gleichzeitig zeigte er immer wieder phasenweise sein großartiges Tischtennis. Im dritten Satz gelang ihm beim 7:9 ein spektakulärer Punktgewinn – vermutlich der Ballwechsel des Tages. Im vierten Durchgang bewies Andre anschließend große Nervenstärke, wehrte bei 8:10 gleich zwei Matchbälle ab und erzwang den Entscheidungssatz.
Den daraus entstandenen Flow konnte er allerdings nicht in den fünften Satz mitnehmen. Berzosa setzte sich dort mit 11:7 durch. Statt der erhofften 1:0-Führung standen wir somit bereits mit dem Rücken zur Wand.
Damit lag der Druck im zweiten Einzel auf Daniel Habesohn. Und zunächst sah es richtig gut aus: Daniel startete furios, führte gegen Darius Movileanu schnell mit 6:2 und anschließend sogar mit 7:3. Dann aber kam der entscheidende Bruch.
Unglaubliche 13:1 Punkte in Folge gingen an den Rumänen im Trikot der Oberschwaben. Aus der komfortablen Führung wurde noch ein 8:11 im ersten Satz und anschließend sogar ein 0:5-Rückstand im zweiten. Daniel kämpfte sich zurück, fand wieder besser zu seinem Rhythmus und verkürzte noch auf 7:11, ehe er sich den dritten Satz sichern konnte.
Doch auch danach fand er nicht dauerhaft zu seiner anfänglichen Sicherheit zurück. Movileanu behielt im vierten Durchgang mit 11:9 die Oberhand und sorgte damit für die 2:0-Pausenführung der Gäste.
Nach der Pause hofften wir auf die Wende. Doch auch der formstarke Filip Zeljko konnte nicht an seine zuletzt starken Auftritte anknüpfen (Anm.: Gegen Borussia Düsseldorf hatte er Kanak Jha bezwungen und anschließend gegen Fan Zhendong bei der 1:3-Niederlage eine respektable Leistung gezeigt. Im Pokal gegen Bad Homburg folgte ein überzeugender 3:0-Erfolg über Ivor Ban).
Gegen Iulian Chirita, der vergangene Woche im Pokal mit seinem Sieg über Dang Qiu letzten Endes das Pokalaus von Borussia Düsseldorf besiegelte, fehlte diesmal jedoch diese letzte Konsequenz. Vor allem in den ersten beiden Sätzen hatte Filip seine Möglichkeiten, musste sich aber jeweils knapp mit 10:12 und 9:11 geschlagen geben. Im dritten Satz war dann endgültig der Stecker gezogen. Chirita gewann auch diesen Durchgang mit 11:5 und machte damit nicht nur seinen persönlichen 3:0-Erfolg perfekt, sondern gleichzeitig den glatten 3:0-Auswärtssieg des alten und neuen Tabellenzweiten.
Für uns ist diese Niederlage ein herber Dämpfer. Statt der erhofften 4:4 Punkte nach vier Spieltagen stehen wir nun bei 2:6 Punkten und 6:10 Spielen auf Platz sieben. Damit lebt auch der Abstiegskampf wieder auf, denn wir befinden uns hier in guter Gesellschaft was die Punktausbeute nach vier Spieltagen angeht. Vom Sechsten, TTC Fulda bis zum zwölften und damit Letzten haben alle 2:6 Punkte, lediglich getrennt durch das Spielverhältnis.
Und klar: Damit lässt der nächste direkte Vergleich im Abstiegskampf nicht lange auf sich warten: Am 21. September treten wir beim TTC Zugbrücke Grenzau an. Die Westerwälder stehen aktuell mit ebenfalls 2:6 Punkten und 6:11 Spielen Platz zehn – nur getrennt durch 1 verlorenes Spiel mehr!
Wir wissen also, was uns erwartet: Nach dem gebrauchten Tag gegen Ochsenhausen gilt es, schnell wieder aufzustehen und in Grenzau zu zeigen, dass wir es besser können.

