Alle Beitragsbilder: Sportfotos Philipp Wohlfart
16 Teams, zwei Tage, ein großes Ziel
Am kommenden Wochenende wird Nürnberg zum Schauplatz eines neuen Kapitels im deutschen Tischtennis-Pokal. Mit dem Leapmotor Pokal Grand Opening startet die neue Pokalsaison in einem völlig neuen Format. Am 29. und 30. August trifft sich die komplette deutsche Tischtennis-Elite in der Kia Metropol Arena: Alle 12 Bundesligisten, drei Zweitligisten und ein Drittligist kämpfen an einem Wochenende zunächst am Samstag um die acht Viertelfinalplätze. Die acht Sieger des ersten Tages versuchen dann jeweils auch noch am Sonntag den nächsten Schritt in Richtung Liebherr Pokal Final4 2027 in Ulm zu gehen
Für uns bedeutet das: Statt eines einzelnen Pokalspiels wartet gleich zum Auftakt ein echtes Großevent auf uns. Am Samstag stehen die Achtelfinals auf dem Programm, am Sonntag folgen bei einem Sieg am Samstag die Viertelfinals. Gespielt wird parallel an mehreren Tischen – für die Zuschauer bedeutet das zwei Tage Spitzentischtennis mit kurzen Wegen, jeder Menge Emotionen und der einmaligen Gelegenheit, nahezu alle Stars der TTBL an einem Ort zu erleben.
Unser Achtelfinale führt uns am Samstag um 15 Uhr an den Tisch. Im Achtelfinale treffen wir auf den TTC OE Clarity Telefonie Systeme Bad Homburg – also auf einen Gegner, den wir aus der TTBL bestens kennen. Beide Mannschaften dürften sich auf Augenhöhe begegnen, entsprechend eng und spannend könnte das Duell werden. Eine Rechnung ist hier noch offen. Der TSV verlor in einem Heimspiel um den Einzug ins Final Four gegen Bad Homburg im November 2024 überraschend mit 2:3. Der Stachel sitzt immer noch bei den Fans des TSV, zumal es noch nie mit einer Final Four Teilnahme im Pokal geklappt hat. Im vergangenen Jahr war bereits im Achtelfinale gegen Düsseldorf Endstation.
Ein Vorteil könnte dieses Jahr dabei durchaus von den Rängen kommen. Als Franken geniessen wir natürlich den Vorteil, dass unsere Fans die kürzeste Anreise haben werden. Wir dürfen deshalb darauf hoffen, dass uns auch zahlreiche Fans aus Unterfranken begleiten und die shakehandsArena-Atmosphäre zumindest ein Stück weit mit in die Kia Metropol Arena nehmen. Daniel Habesohn sieht darin im Gespräch mit der TTBL durchaus einen möglichen Pluspunkt: „Unsere Anhänger sind sowieso für ihre lautstarke Unterstützung bekannt – und in Nürnberg haben wir als Franken natürlich einen gewissen Heimvorteil.
Darum beneiden uns viele Vereine: Unsere Fans unterstützen ihren TSV regelmäßig auch bei Auswärtsspielen. Hier im Bild wird Basti Steger nach seinem Siegpunkt in Mühlhausen von Helga Birkholz, Heike Weber, Thomas Bier und Georg Wohlfart geherzt.
Ein Erfolg wäre Rückenwind – aber kein Selbstzweck
Für uns geht es natürlich um mehr als nur um ein schönes Pokalwochenende. Nach dem Sieg am Mittwochabend im Bundesligaspiel in Mühlhausen wollen wir den Schwung nach Nürnberg mitnehmen und zunächst mit einem Sieg am Samstag ins Viertelfinale einziehen. Gleichzeitig ordnet Daniel Habesohn den Stellenwert des Turniers realistisch ein. Der Pokal könne helfen, noch besser in die Saison hineinzukommen und zusätzliche Spiele auf hohem Niveau zu absolvieren. Entscheidend sei aber die gesamte Saison: In der TTBL müsse man über 22 Spieltage zeigen, wo man am Ende stehe.
Auch deshalb wollen wir uns von der Auslosung nicht beeindrucken lassen. Einen vermeintlich leichteren Gegner gibt es im Pokal nicht – und nach einem Erfolg gegen Bad Homburg würde im Viertelfinale ohnehin wieder ein TTBL-Team warten mit dem Sieger aus Borussia Dortmund gegen Zugbrücke Grenzau. Für uns zählt deshalb nur der nächste Schritt: Gegen Bad Homburg eine starke Leistung bringen und die Chance auf das Final4 wahren. Und das wird schwer genug. Bad Homburg hat in der Liga bereits mit Düsseldorf (0:3), Saarbrücken (1:3) und Fulda (3:2) drei Schwergewichte gespielt. Vor allem der Ungar Csaba Andras glänzte hier durchweg mit großen Leistungen. Siege gegen Jonathan Groth, Dimitrij Ovtcharov und Danilo Faso stehen Niederlagen gegen Hugo Calderano (2:3) und gegen Anton Källberg (0:3) gegenüber. Da der Start des TSV trotz der Auftaktniederlage gegen Grünwettersbach (2:3) durchaus als gelungen bezeichnet werden kann (bei der Kür in Düsseldorf (1:3) verkaufte man sich teuer und die Pflicht in Mühlhausen (3:1) wurde siegreich gestaltet) wird wohl die Tagesform und ein hoffentlich glückliches Händchen von Headcoach Timo Neumann bei der Aufstellung von entscheidender Bedeutung sein.
Haben sich zuletzt großartig präsentiert:
Filip Zeljko bei seinem Sieg gegen Kanak Jha
Basti Steger mit 3:0 Einzelerfolgen in die Runde gestartet
Toller Auftritt von Andre Bertelsmeier gegen Fan Zhendong
trotz zweier Niederlagen bislang überzeugt: Liao Cheng-Ting
Daniel Habesohn nach seinem Sieg in Mühlhausen gegen Steffen Mengel
Das neue Format verspricht ohnehin ein außergewöhnliches Wochenende. Am Samstag werden die acht Achtelfinals in zwei Sessions ausgetragen, am Sonntag kämpfen die verbliebenen Mannschaften in den Viertelfinals um die letzten Tickets für das Final4. Die erste Session beginnt bereits um 11 Uhr, unsere Partie ist für 15 Uhr angesetzt.
Wir freuen uns auf ein großes Tischtennis-Wochenende in Nürnberg, auf spannende K.-o.-Spiele und natürlich ganz besonders auf die Unterstützung unserer Fans. Denn wenn es darauf ankommt, wissen wir: Unsere Fans können den Unterschied machen.
Die Achtelfinals im Überblick
Samstag, 29. August
Session 1 – ab 11 Uhr
- Borussia Düsseldorf – Liebherr Ochsenhausen
- SV Union Velbert – TTC RhönSprudel Fulda
- ASV Grünwettersbach II – SV Union Velbert II
- SV Werder Bremen – Schwalbe Bergneustadt
Session 2 – ab 15 Uhr
- TTC Bietigheim-Bissingen – 1. FC Saarbrücken TT
- ASC Grünwettersbach – Post SV Mühlhausen
- TTC Bad Homburg – TSV Bad Königshofen
- Borussia Dortmund – TTC Zugbrücke Grenzau
Im Falle eines Sieges findet unser Viertelfinalspiel dann am Sonntag, 31.08. um 11:00 Uhr statt gegen den Sieger von Borussia Dortmund gegen Zugbrücke Grenzau
Anm.: Die Grundlage für die Aussagen von Daniel Habesohn in diesem Artikel bildet ein Interview, das Florian Manke mit unserem Spieler sowie mit Bad Homburgs neuem Trainer Slobodan Grujic geführt und auf der Homepage der TTBL veröffentlicht hat. Beide blicken dort ausführlich auf das neue Pokalformat, die Vorbereitung, das Duell zwischen Bad Homburg und uns sowie die Bedeutung eines möglichen Erfolgs für die weitere Saison.
Das komplette Interview ist auf der Homepage der TTBL nachzulesen.

