Beide Beitragsfotos: Philipp Wohlfart
Das wichtigste Spiel unserer bisherigen Bundesligazeit
Am 19. Spieltag der Tischtennis-Bundesliga steht für uns ein Duell an, das wir ohne Übertreibung als das wichtigste Spiel unserer bisherigen neun Bundesligaspielzeiten bezeichnen können. Während die Playoffplätze praktisch vergeben sind, ist die Frage des Absteigers völlig offen – und genau hier kommt es nun zum direkten Aufeinandertreffen:
Vorletzter gegen Letzter. Wir gegen Grünwettersbach.
Unser TSV Bad Königshofen geht mit 10:28 Punkten in die Partie, der ASC Grünwettersbach folgt mit 8:30 Punkten. Zwei Zähler trennen uns aktuell – allerdings mit dem schlechteren Spielverhältnis auf unserer Seite. Bei noch drei ausstehenden Spieltagen kann dieses direkte Duell bei einem Sieg von uns bereits eine kleine Vorentscheidung bringen.
Heimschwäche trifft auf Auswärtsschwäche
Die Ausgangslage ist klar und gleichzeitig brisant:
• Wir stellen aktuell die schwächste Heimmannschaft (1 Sieg, 8 Niederlagen).
• Grünwettersbach ist das schwächste Auswärtsteam (2 Siege, 7 Niederlagen).
Mit einem Heimsieg könnten wir uns ein kleines Polster im Abstiegskampf verschaffen. Sollte Grünwettersbach jedoch gewinnen, wäre die Situation offener denn je.
Der Wendepunkt der Saison?
Ein spannender Blick zurück zeigt: Unser erster Saisonsieg Anfang Oktober in Grünwettersbach war gleichzeitig der Beginn der noch anhaltenden Negativserie unseres Gegners.
Seit diesem Spiel absolvierte Grünwettersbach 15 weitere Partien – und konnte dabei nur noch ein einziges Mal gewinnen, im November gegen den aktuellen Tabellenzweiten Werder Bremen.
Wir hingegen konnten uns im gleichen Zeitraum etwas stabilisieren und stehen mittlerweile bei fünf Siegen, die uns überhaupt erst in diese Ausgangsposition gebracht haben.
Doch all das ist am Sonntag nur Statistik – entscheidend ist, wer es an diesem Tag besser auf den Tisch bringt, wer seine Nerven besser in den Griff bekommt.
Besondere Rückkehr: Kilian Ort an der Bande beim ASC
Kilian Ort spricht eindringlich im Vorrundenspiel mit seinem Spieler Ricardo Walther
Für zusätzliche Brisanz sorgt eine ganz besondere Personalie:
Der Trainer des ASC ist ausgerechnet unser Eigengewächs Kilian Ort.
Kilian hat in seiner aktiven Karriere als gebürtiger Bad Königshofener über mehr als 20 Jahre ausschließlich für unseren TSV gespielt und ist eng mit unserem Verein und der Region verbunden. Eine langwierige Rückenverletzung zwang ihn am Ende der letzten Saison zur Beendigung seiner Laufbahn.
Im September 2025 übernahm er dann das Traineramt in Grünwettersbach – und kehrt nun in dieser Rolle in seine Heimatstadt zurück. Ein emotionales Wiedersehen, das diesem ohnehin schon richtungsweisenden Duell eine ganz besondere Note verleiht.
Personal: Fragezeichen auf beiden Seiten
Ein entscheidender Faktor wird die Aufstellung sein. Bei unseren Gästen hängt vieles davon ab, ob ihre Nummer 1, Hiroto Shinozuka, rechtzeitig zur Verfügung steht. Der amtierende Doppelweltmeister ist aktuell noch bei einem WTT-Turnier in Tunis im Einsatz. Sollte er dort am Freitag im Achtelfinale weiterkommen, ist ein Einsatz am Sonntag eher unwahrscheinlich.
Bei uns steht bereits fest: Xue Fei wird fehlen, da er vom chinesischen Verband nicht freigestellt wird und für das WTT-Turnier in Macao eingeplant ist.
Grünwettersbachs Saison: Starker Start, bitterer Verlauf
Unsere Gäste legten einen beeindruckenden Saisonstart hin und standen nach vier Spieltagen mit 6:2 Punkten auf Rang drei. Siege gegen Topteams wie Borussia Düsseldorf (1.) oder auch Werder Bremen (2.) sorgten für Aufsehen.
Doch danach folgte der Einbruch – und der steht sinnbildlich für den bisherigen Saisonverlauf. Viele knappe Niederlagen, darunter mehrere 2:3-Spiele, zeigen, wie eng es oft war.
Auffällig dabei:
• Hiroto Shinozuka war bei allen Siegen dabei (12:9 Bilanz)
• Tiago Apolonia überzeugt mit 12:8 Spielen
• Tom Jarvis (Neuzugang im Winter vom 1. FC Köln) solide mit 3:6
• Ric Walther kämpft sich nach Verletzung zurück und ist noch nicht bei 100% (2:8)
• Tobias Hippler aktuell 1:8
Unsere Ausgangslage: Kampfgeist gefragt
Auch bei uns war nicht alles einfach – aber wir haben uns in den letzten Monaten wichtige Erfolgserlebnisse erarbeitet.
Zuletzt mussten wir uns trotz ordentlicher Leistung in Düsseldorf mit 1:3 geschlagen geben. Grünwettersbach hingegen verlor mit 0:3 gegen ein ersatzgeschwächtes Ochsenhausen.
Das Selbstvertrauen ist bei beiden Teams nicht auf dem Höhepunkt – umso mehr wird es am Sonntag auf mentale Stärke ankommen.
Alles oder nichts am Sonntag
Oder wie es Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal einmal martialisch ausdrückte: „Tod oder Gladiolen“! Am Sonntag zählt nur eines: Ein Sieg!

