Beitragsfotos: Sportfoto Philipp Wohlfart
Tür zur Rettung steht sperrangelweit offen
Was für ein Nachmittag in unserer Shakehands-Arena: 3:0-Sieg über Grünwettersbach
Schon vor dem ersten Ballwechsel war klar, welche enorme Bedeutung dieses Spiel für uns alle hatte. Im direkten Duell mit dem ASC Grünwettersbach ging es um nichts Geringeres als eine mögliche Vorentscheidung im Abstiegskampf. Beide Teams standen am Tabellenende – und uns war bewusst: Mit einem Sieg könnten wir uns eine brillante Ausgangsposition für die beiden letzten Spieltage erarbeiten.
Doch bei aller Brisanz blieb eines jederzeit spürbar: Fairness, Respekt und die besondere Atmosphäre unseres Sports. Über 100 mitgereiste Fans aus Karlsruhe sorgten gemeinsam mit unseren Anhängern für eine beeindruckende Kulisse. Was sich in der Halle vor knapp 800 Zuschauer entwickelte, war echte Gänsehautstimmung – lautstark, leidenschaftlich, aber in jeder Sekunde des Spiels sportlich fair. Am Ende waren sich alle einig: so wünscht man sich Sport ganz allgemein. Wohltuend anders als vieles, was man sonst in anderen Sportarten erlebt. Sportlich lieferten wir genau in diesem entscheidenden Moment ab.
Über 100 mitgereiste ASC Fans sorgten trotz Niederlage für Gänshautstimmung in der shakehandsArena
Den Auftakt machte unser Routinier Bastian Steger, der gegen den Briten Tom Jarvis zunächst kalt erwischt wurde (2:11). Doch davon ließ er sich nicht beeindrucken. Mit großer Ruhe und Erfahrung kämpfte er sich zurück, drehte das Spiel und sicherte uns mit einem 3:1 die wichtige Führung. Gerade in den engen Phasen zeigte sich einmal mehr seine Klasse, seine Variabilität und Nervenstärke.
Kilian Ort (hier beim Coaching von Tom Jarvis) bei seiner ersten Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte ohne Erfolgserlebnis als Coach.
Koji Itagaki stellte seinen Routinier gegen den Briten Tom Jarvis hervorragend ein.
Im zweiten Einzel entwickelte sich ein echter Krimi. Daniel Habesohn traf auf seinen langjährigen internationalen Weggefährten Tiago Apolonia (Gerade 6 Tage jünger als Daniel) – und die beiden lieferten sich ein atemberaubendes und hochklassiges Duell über fünf Sätze. Nach wechselhaftem Spielverlauf bewies Dany im entscheidenden Moment die besseren Nerven, er nahm mit seinem emotionalen Spiel immer wieder die Halle mit und setzte sich am Ende in 5 Sätzen durch. Zur Pause führte unser TSV damit 2:0, ein Ergebnis, das wir so zu diesem Zeitpunkt in eigener Halle schon lange nicht mehr hatten.
Daniel mit seinem besten Heimauftritt bislang sorgte für den beruhigenden 2:0 Pausenstand gegen Tiago Apolonia
Direkt nach der Pause lag es an unserem Youngster Andre Bertelsmeier, den Sack zuzumachen – und er lieferte eindrucksvoll ab. Mit einer konzentrierten und starken Leistung ließ er seinen Nationalmannschaftskollegen Ricardo Walther kaum ins Spiel kommen und sicherte uns mit einem klaren 3:0 den umjubelten Gesamtsieg.
Andre machte mit seinem ersten Einzelerfolg vor heimischen Publikum den Deckel drauf
Mit diesem 3:0-Erfolg haben wir uns im direkten Duell erst einmal abgesetzt. Vier Punkte Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Spielen – die Tür zum Klassenerhalt steht für uns nun weit offen. Dennoch wissen wir, dass wir weiterhin fokussiert bleiben müssen, denn die Aufgaben in Mühlhausen und zuhause gegen Bad Homburg werden alles andere als einfach.
Sollte beim ASC Hiroto Shinozuka die beiden letzten Spiele eingesetzt werden können, sind durchaus zwei Erfolge für die Badener gegen Bergneustadt und in Grenzau möglich. Dann brauchen wir noch zwingend den einen Sieg aus den beiden letzten Spielen. Die Pole-Position im Saisonfinale gehört in jedem Fall uns.
Was bleibt, ist neben der sportlichen Ausgangslage vor allem die Erinnerung an einen besonderen Tag: eine volle Halle, zwei leidenschaftlich unterstützte Teams und ein Spiel, das in jeder Hinsicht hielt, was es versprochen hatte.
Egal, wie diese Saison endet – solche Spiele zeigen, was unseren Sport ausmacht. Und wir sind stolz, ein Teil davon zu sein.
(alle drei Fotos Jürgen Halbig)
Nach dem Spiel waren insbesondere unsere Spieler noch lange gefragt beim Autogramme schreiben.
Kilian Ort wurde im Rahmen des Spiels vom Chef unseres Fanclubs Josef Weber zum Ehrenmitglied der Ping Pong Ultras ernannt:

TSV Bad Königshofen – ASC Grünwettersbach 3:0
Bastian Steger – Tom Jarvis 3:1 (2:11, 11:2, 12:10, 11:9)
Daniel Habesohn – Tiago Apolonia 3:2 (9:11, 11:4, 5:11, 11:1, 11:6)
Andre Bertelsmeier – Ricardo Walther 3:0 (11:6, 11:6, 11:9)
Zuschauer: 760

