Vorschau und Stimmen zum Bundesligaauftakt

TTBL

TSV Bad Königshofen vor der Jubiläumssaison

Nach Platz 11 in der vergangenen Saison steht für den TSV Bad Königshofen am 18. August das nächste Bundesliga-Jahr vor der Tür. Und dieses wird ein ganz besonderes: Wir gehen in unsere 10. Saison in der Tischtennis Bundesliga (TTBL).

Die vergangene Spielzeit war nach den beiden Playoff-Teilnahmen 2024 und 2025 zweifellos eine schwierige. Nach dem Karriereende von Jin Ueda musste sich die Mannschaft neu sortieren, gleichzeitig hat die Qualität der TTBL nochmals deutlich zugelegt. Am Ende stand Platz 11 – ein Ergebnis, das gemessen an den mittlerweile gestiegenen Ansprüchen des TSV sicherlich nicht zufriedenstellen konnte, angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen aber auch nicht völlig überraschend kam.

Viel einfacher wird es in der neuen Saison wohl kaum. Im Gegenteil: Viele Vereine haben nochmals kräftig aufgerüstet. Für den TSV kann es deshalb zunächst nur darum gehen, möglichst schnell die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Alles Weitere wird sich zeigen.

Wie stark das Niveau der TTBL inzwischen ist, zeigt schon ein Blick auf die prominentesten Personalien des Sommers. Der 1. FC Saarbrücken TT holt mit Hugo Calderano einen absoluten Weltklassespieler zurück in die Bundesliga. Der Brasilianer, aktuell die Nummer acht der Weltrangliste stand im April sogar noch auf Position 2 und soll den Abgang von Olympiasieger Fan Zhendong kompensieren, der sich Borussia Düsseldorf angeschlossen hat.

Auch Borussia Dortmund hat sich mit Joao Geraldo prominent verstärkt. Der Portugiese, aktuell auf Platz 33 der Weltrangliste geführt, ist im Grabfeld kein Unbekannter. In der Saison 2015/16 spielte Geraldo für den TSV Bad Königshofen in der 2. Bundesliga und hatte maßgeblichen Anteil an der Meisterschaft. Damals verzichtete der TSV noch auf den Aufstieg. Geraldo wechselte daraufhin zu Grünwettersbach in die Bundesliga. Nach der zweiten Meisterschaft in Folge wagte Bad Königshofen schließlich selbst den Schritt ins Oberhaus – und damit begann vor inzwischen fast zehn Jahren die Königshöfer Bundesliga-Geschichte.

Auch darüber hinaus ist die Liga in der Spitze nochmals enger zusammengerückt. Zahlreiche Mannschaften verfügen über international erfahrene und hochklassige Spieler. Für den TSV bedeutet das: Jeder Punkt, jeder Sieg und möglicherweise sogar jedes einzelne Spiel kann im Kampf um den Klassenerhalt von Bedeutung sein.

Liao Cheng-Ting – ein neuer Mann für den TSV

Auch beim TSV hat sich im Sommer einiges getan. Mit Liao Cheng-Ting kommt ein Nationalspieler aus Taiwan nach Bad Königshofen. Der Rechtshänder bringt internationale Erfahrung und eine Menge Qualität mit und soll dabei helfen, die Mannschaft nach dem personellen Umbruch der vergangenen Saison wieder zu stabilisieren.

Gleichzeitig setzt der TSV auf Kontinuität und Entwicklung. Andre Bertelsmeier, der im vergangenen Jahr nach Bad Königshofen gekommen ist, hat sich in seiner ersten Saison weiterentwickelt und kehrt nun als zweifacher U21-Europameister aus der Sommerpause zurück. Seine Titel im Einzel und Doppel unterstreichen eindrucksvoll, welches Potenzial in dem inzwischen 20-Jährigen steckt.

Mit Bastian Steger und Filip Zeljko stehen zudem zwei Spieler im Kader, die den TSV und die TTBL bestens kennen. Gerade Steger als mit Abstand dienstältester Spieler der Bundesliga (er geht am 18. August in seine persönlich 27. Saison in der ttbl) wird auch in seinem mittlerweile achten Jahr in Bad Königshofen eine wichtige Rolle übernehmen.

Neuer Mann auf der Trainerbank

Eine weitere Veränderung gibt es auf der Trainerbank. Nach zehn Jahren unter Koji Itagaki übernimmt Timo Neumanndas Amt des Cheftrainers. Der 29-Jährige verfügt über eine A-Lizenz und bringt sowohl Erfahrung aus dem Nachwuchsbereich als auch neue Impulse für die Arbeit mit der Bundesliga-Mannschaft mit.

Für einen besonderen Moment sorgt gleich der Saisonauftakt: Am 18. August empfängt der TSV den ASC Grünwettersbach. Dabei kommt es nicht nur zum ersten Heimspiel der neuen Saison, sondern auch zu einem emotionalen Wiedersehen mit einem Königshöfer Urgestein. Kilian Ort, viele Jahre Spieler und Leistungsträger des TSV, steht inzwischen als Coach auf der gegnerischen Seite.

Mehr Auftakt geht eigentlich kaum: zehnte Bundesliga-Saison, neuer Trainer, ein neuer Spieler, große Erwartungen und Vorfreude und ein alter Bekannter auf der anderen Seite der Box.

Der Saisonstart hat es in sich

Der erste Spieltag erstreckt sich über mehrere Tage und bietet bereits einige interessante Begegnungen. Während am Sonntag Borussia Dortmund den 1. FC Saarbrücken empfängt, treffen am Montag unter anderem Mühlhausen und Grenzau sowie Bremen und Fulda aufeinander.

Am Dienstag greifen dann auch der RekordmeisTTer aus Düsseldorf mit dem aktuellen Olympiasieger Fan Zhendong und die Liebherr Ochsenhausen mit dem Weltmeister im Doppel von 2025 Shunsuke Togami ins Geschehen ein. Den Abschluss des ersten Spieltags bildet schließlich unsere Partie  gegen Grünwettersbach.

Der TSV startet damit vor heimischem Publikum in seine zehnte TTBL-Saison. Und auch wenn die Ausgangslage angesichts der erneut gestiegenen Qualität der Liga alles andere als einfach ist: In Bad Königshofen hat man in den vergangenen neun Jahren gelernt, mit Herausforderungen umzugehen.

Der Klassenerhalt ist das erklärte Ziel. Der Weg dorthin dürfte anspruchsvoll werden.

Zum Saisonstart haben wir einige Stimmungen und Erwartungen eingeholt:

Wenn beim TSV Bad Königshofen die neue Bundesliga-Saison vor der Tür steht, steigt nicht nur bei Spielern, Verantwortlichen und Fans die Vorfreude. Auch Steffen Vogel, Landtagsabgeordneter der CSU und regelmäßiger Gast bei unseren Heimspielen, fiebert mit dem TSV mit. Gemeinsam mit seiner Familie ist er immer wieder in der Shakehands-Arena anzutreffen – und dabei längst mehr als nur Zuschauer.

Steffen Vogel kennt die besonderen Herausforderungen, vor denen unser Verein steht, hat für unsere Sorgen und Nöte stets ein offenes Ohr und begleitet die Entwicklung des TSV mit großem Interesse:

Steffen Vogel (im Bild rechts) mit Fanschal und guter Laune

Steffen Vogel: „10 Jahre in der 1.Bundesliga und das als einziger bayerischer Herrenvertreter. Es ist einfach unfassbar, was in Königshofen in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf die Beine gestellt wurde.Der TSV misst sich seit dieser Zeit mit Düsseldorf, Saarbrücken, Bremen oder Dortmund. Man muss einfach den Hut ziehen vor Andy Albert, Matthias Braun und dem gesamten Team. Der TSV  ist ohne Zweifel der Werbeträger für die gesamte Region in Bayern und Deutschland.  Egal wo in Bayern und Deutschland – man kennt Bad Königshofen als einzigen bayerischen Bundesligisten und das macht mich als Abgeordneten für die Region sehr stolz.

Dass der TSV zweimal zu den besten vier Mannschaft Deutschland gehört hat, war einfach phantastisch, kann aber nicht der Daueranspruch sein, weil die Voraussetzungen in Saarbrücken, Düsseldorf, Ochsenhausen oder Fulda mit Hauptsponsoren eben andere sind.  Der TSV setzt dagegen auf regionale Partner, die in Gemeinschaft Tischtennis auf Spitzenniveau im Grabfeld ermöglichen.

Ich bin sehr gespannt und hoffe natürlich dass der „underdog“ aus dem Grabfeld es den anderen zeigt und wieder in die PlayOffs kommt. Ich drücke jedenfalls die Daumen und bin so oft als möglich mit vor Ort.“

Dr. Hans-Joachim Hofstetter, Augenarzt Bad Kissingen: Hajo wie er liebevoll nur genannt wird ist nicht nur einer unserer wichtigsten Partner, sondern auch Edelfan im besten Sinne. Er verfolgt fast alle Heimspiele live vor Ort und begleitet unser Team selbst zu vielen Auswärtsspielen. Sogar bei einem WTT-Turnier in Singapur hat er Andre Bertelsmeier schon stimmgewaltig vor Ort unterstützt:

Hajo in der Bildmitte (mit der gestreiften Zipfelmütze) beim Auswärtsspiel in Grenzau

„Es ist kaum zu fassen, nun sind es schon zehn Jahre Bundesliga. Ungezählte Stunden Weltklasse-Tischtennis im Grabfeld haben für die Fans und die Partner Nervenkitzel, Dramen und Euphorie gebracht. Die vergangene Saison war besser, als es der Tabellenplatz vorgibt. Mit großer Zuversicht schaue ich auf die kommende Spielzeit. Es geht ja auch schon zu Beginn in die Vollen, so dass wir Ende August wissen, wo wir uns einordnen werden. Ich freue mich schon sehr auf zahllose emotionale Momente in der Tischtennis-Familie in Bad Königshofen.“

Sandra Birkholz, Marketing TSV Bad Königshofen Tischtennis: Sandra arbeitet in unserem Marketing und erstellt in dieser Funktion u.a. die liebevoll aufbereiteten Powerpoint-Präsentationen bei unseren Heimspielen. Bei vielen Auswärtsspielen ist sie vor Ort als Mitglied der Ping Pong Ultras dabei.

Sandra an ihrem „Arbeitsplatz“ in der shakehandsArena

„Ich bin extrem stolz darauf, dass wir nun in unser zehntes Jahr in der TTBL gehen. Der neue Trainer Timo Neumann und die großartigen internationalen Erfolge von Andre Bertelsmeier machen mir absolut Lust auf mehr und bringen hoffentlich viel frisches Selbstvertrauen in die Mannschaft. Trotz aller Vorfreude lautet mein klares Ziel für diese Saison, den Klassenerhalt so frühzeitig wie möglich zu sichern. Beim anstehenden Auftaktspiel wünsche ich mir, dass die Jungs trotz aller Emotionen von der ersten Minute an mit der notwendigen hochkonzentrierten Leistung starten und den ersten Heimsieg einfahren.“

Josef Ort, TSV Urgestein und Vater von ASC-Trainer Kilian Ort: Josef ist seit fast 40 Jahren für die Finanzen des TSV Bad Königshofen verantwortlich, war in den 80er Jahren einer der besten unterfränkischen Tischtennisspieler (mehrfacher unterfränkischer Meister) und engagiert sich nach wie vor mit sehr viel Herzblut und Zeitaufwand in der Nachwuchsarbeit des TSV. Er ist als stiller Arbeiter im Hintergrund sicherlich die wichtigste Personalien neben Andy Albert beim TSV Bad Königshofen Tischtennis auf Sicht der vergangenen vier Jahrzehnten.

Josef Ort: Der Macher im Hintergrund

„Natürlich ist das für mich nicht ein Spiel wie jedes andere. Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust zumal gleich der Saisonauftakt für beide Mannschaften ganz wichtig ist und schon richtungsweisend sein kann. Nachdem Windsbach mit dem Bundesligaaufstieg in diesem Jahr wohl ernst machen wird, ist der Verlierer dieser Begegnung schon in einem gewissen Zugzwang. Die Aufstellungen beider Teams haben sich nur unwesentlich verändert, mit leichten Vorteilen für den TSV Bad Königshofen und unter dem Vorzeichen beider 3:0 Siege aus dem letzten Jahr sehe ich den TSV Bad Königshofen leicht in der Favoritenrolle. Hoffe dass beide Mannschaften am Ende die Klasse halten.“

Hans Steger; Vater von Basti und sein langjähriger Trainer. Er hat ihm zu seiner noch immer überragenden Rückhand verholfen und damit die Basis geschaffen für all seine Erfolge. Hans ist mit seiner Frau Gerti regelmäßig bei den Heimspielen dabei und geniesst hierbei das besondere Ambiente in unserer fränkischen Kleinstadt.

Hans Steger analysiert auch heute noch konstruktiv kritisch die Spiele seines Sohnes Bastian

„Die 10. Saison in der 1.Tischtennisbundesliga wird für Bad Königshofen bestimmt nicht leichter als die Vorsaison. 5 bis 6 Teams peilen die PlayOffs an, die verbleibenden Teams wollen mit dem Abstiegs nichts zu tun haben! Und dazu zähle ich auch unser Team.  Allerdings werden die so treuen und in der Liga allseits geschätzten Fans unsere Spieler nach vorne peitschen und mit einzigartiger Begeisterung sicher wieder zu Siegen verhelfen.“

Josef Weber, Chef der Ping Pong Ultras: Er ist nicht nur der Kopf unseres Fanclubs, sondern zugleich der stimmgewaltigste und wohl bekannteste Fan der gesamten Tischtennis-Bundesliga. Und dabei trifft er mit seinen Fangesängen so gut wie immer den richtigen Ton. Auch bei Auswärtsspielen sorgt er dafür, dass die Kräfteverhältnisse auf den Rängen ausgeglichen bleiben – ganz im Sinne einer echten „Balance of Power“ bei der Unterstützung.

Unser Team mit seiner stimmgewaltigsten Unterstützung: Josef Weber

„Unseren neuen Trainer Timo Neumann kenne ich noch nicht persönlich, aber ich wünsche ihm natürlich eine glückliche Hand insbesondere bei den Aufstellungen Zu unserem Team: Andre wird wohl die absolute Nummer eins in diesem Jahr werden, da er sich riesig weiterentwickelt hat und noch weiter entwickeln wird.  Liao kenne ich nicht. Aber es ist wichtig, dass wir mit unserem Taiwanesen weitere Optionen haben. Basti wünsche ich, dass er die Leistung des vergangenen Jahres noch einmal abrufen kann. Filip und Daniel hatten in der vergangenen Saison nicht gerade das Glück auf ihrer Seite. Hoffe dass sie in diesem Jahr die engen Spiele ziehen können. Ich denke, dass wir das erste Spiel gegen Grünwettersbach gewinnen werden (so leid es mir um Kilian tut). Mit dem richtigen Start (anders als im vergangenen Jahr in Grenzau) sollte ein gesicherter Mittelfeldplatz möglich sein.“

Der 1. Spieltag im Überblick

Sonntag, 16.08.2026
15:00 Uhr – Borussia Dortmund – 1. FC Saarbrücken
17:00 Uhr – Post SV Mühlhausen – TTC Zugbrücke Grenzau

Montag, 17.08.2026
18:30 Uhr – SV Werder Bremen – TTC RhönSprudel Fulda
19:00 Uhr – Liebherr Ochsenhausen – Schwalbe Bergneustadt

Dienstag, 18.08.2026
18:30 Uhr – TTC OE Bad Homburg – Borussia Düsseldorf
19:00 Uhr – TSV Bad Königshofen – ASC Grünwettersbach

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