Alarmstufe rot oder leichte Entwarnung – Richtungsweisender Spieltag für unseren TSV

TTBL

Foto: Andre Bertelsmeier im vergangenen Jahr im Heimspiel gegen Benedikt Duda (Sämtliche Beitragsfotos: Philipp Wohlfart)

Letzter gegen Vorletzter – wenn unser TSV am Sonntag, 08. November, um 14:00 Uhr in der shakehandsArena den TTC Schwalbe Bergneustadt empfängt, steht für beide Mannschaften enorm viel auf dem Spiel. Im direkten Duell zweier Tabellennachbarn geht es nicht nur um wichtige Punkte, sondern auch um ein erstes Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenerhalt.

Der siebte Spieltag der Tischtennis-Bundesliga wird mit einer Begegnung eröffnet, die es in sich hat. Unser TSV Bad Königshofen empfängt als Tabellenletzter den unmittelbar davor platzierten TTC Schwalbe Bergneustadt. Beide Teams haben bislang einen Sieg und fünf Niederlagen auf dem Konto. Lediglich das um einen Punkt schlechtere Spielverhältnis trennt unseren TSV von den Oberbergischen. Die Ausgangslage könnte also kaum spannender sein: Wer dieses direkte Duell für sich entscheidet, verschafft sich zunächst einmal etwas Luft im Tabellenkeller. Für den Verlierer wird die Situation dagegen prekärer.

Bergneustadt: Nicht mehr ganz so souverän wie im Vorjahr

Der letztjährige Playoff-Teilnehmer musste vor Saisonbeginn lediglich einen personellen Wechsel verkraften: Der Franzose Leo de Nodrest verließ den Verein, dafür kam Cedric Meissner aus Saarbrücken. Allerdings war de Nodrest in der vergangenen Saison ohnehin nicht immer gesetzt bei der Aufstellung.

Dass sich Bergneustadt aktuell in ungewohnten Tabellenregionen wiederfindet, hat vielmehr mit den bislang nicht ganz so überzeugenden Bilanzen seiner beiden Spitzenspieler zu tun. Eigengewächs Benedikt Duda war in der vergangenen Saison mit 25:8 Siegen ebenso überragend unterwegs wie der Franzose Romain Ruiz mit 16:7. In der laufenden Spielzeit spielen beide bislang nicht ganz auf diesem Niveau. Duda kommt auf 5:7, Ruiz auf 3:2 Siege. Neuzugang Meissner weist eine ausgeglichene 2:2-Bilanz auf, während der Belgier Adrien Rassenfosse bislang noch ohne Erfolg (0:3) ist. Insgesamt ergibt sich damit eine durchaus ausgeglichene Mannschaftsbilanz.

Viele Parallelen – und einige verpasste Chancen

Interessant ist auch ein Blick auf die bisherigen Spielpläne. Während unser TSV bislang viermal auswärts und nur zweimal vor heimischem Publikum antreten musste, durfte Bergneustadt bereits viermal zu Hause spielen und war lediglich zweimal in fremden Hallen gefordert.

Auch bei den Ergebnissen gibt es bemerkenswerte Parallelen. Unser TSV musste sich den derzeit drei führenden Mannschaften der Tabelle relativ deutlich geschlagen geben. In den übrigen drei Begegnungen gab es einen überzeugenden 3:1-Auswärtserfolg in Mühlhausen sowie zwei äußerst unglückliche 2:3-Niederlagen. Besonders bitter war dabei das Gastspiel in Grenzau, als unser Team bereits einen Matchball hatte und am Ende doch noch mit leeren Händen dastand. Zwei gewonnene Spiele mehr – und die Diskussion um die Tabellenposition würde vermutlich eine ganz andere Richtung nehmen.

Noch dramatischer verlief manches Spiel für die Oberbergischen: Gleich drei ihrer fünf Niederlagen wurden erst im abschließenden Doppel besiegelt. Und auch der bislang einzige Saisonsieg, ein 3:2 gegen Fulda, ging über die volle Distanz und wurde erst im Schlussdoppel entschieden. Bergneustadt weiß also ebenso wie unser TSV, wie eng Freud und Leid in dieser Liga beieinanderliegen können.

Bastian Steger als bisheriger Leistungsträger

Bei unserem TSV ruhen die Hoffnungen in den bisherigen Einzeln vor allem auf Kapitän und Routinier Bastian Steger. In seiner mittlerweile 27. Bundesligasaison präsentiert er sich mit einer starken 5:1-Bilanz einmal mehr als verlässliche Größe. Besonders sein Erfolg vor drei Wochen beim Auswärtsspiel in Saarbrücken gegen den Weltranglisten-15. Patrick Franziska unterstrich eindrucksvoll, dass mit dem 45-Jährigen nach wie vor zu rechnen ist.

Die Bilanzen seiner Mannschaftskameraden sind dagegen noch ausbaufähig: Filip Zeljko steht bei 1:2, Daniel Habesohn bei 1:3 und André Bertelsmeier bei 2:5 Siegen. Liao Cheng-Ting hat bislang alle seine drei absolvierten Einzel verloren. Umso wichtiger wird es sein, dass neben Steger auch die übrigen TSV-Akteure am Sonntag ihre Möglichkeiten nutzen und zum erhofften Mannschaftserfolg beitragen.

Die Statistik spricht für den TSV – aber Vorsicht!

Ein Blick auf die jüngsten direkten Begegnungen macht zunächst einmal Mut. Von den letzten neun Duellen mit Bergneustadt, Pokalspiele eingeschlossen, konnte unser TSV gleich sieben für sich entscheiden. Allerdings sollte diese Statistik nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Oberbergischen durchaus wissen, wie man in Bad Königshofen gewinnt.

Nach einem deutlichen 3:0-Auswärtserfolg unseres TSV in Bergneustadt in der vergangenen Saison folgte in der Rückrunde die eindrucksvolle Revanche: Mit 3:0 und sage und schreibe 9:0 Sätzen schickte das Team um Benedikt Duda unseren TSV damals von der Platte.

Benedikt Duda: Vor drei Wochen im Mixed Europameister geworden – Weltklasse auch am Sonntag in Bad Königshofen garantiert

Und gerade Duda scheint rechtzeitig wieder zu seiner gewohnten Stärke gefunden zu haben. Mitte Oktober krönte er sich gemeinsam mit Nina Mittelham im Mixed zum Europameister. Im Einzel erreichte er ebenfalls das Viertelfinale, wo er sich erst nach sieben Sätzen geschlagen geben musste. Auch im Herrendoppel stand er gemeinsam mit Dang Qiu im Viertelfinale. Der Bergneustädter Spitzenspieler dürfte also mit entsprechendem Selbstvertrauen nach Bad Königshofen reisen.

Hatten im vergangenen Jahr in Bad Königshofen viel zu lachen: v.l. Coach Frederik Duda, Benedikt Duda, Romain Ruiz, Adrien Rassenfosse, Manager Heinz Duda und im Vordergrund Leo de Nodrest

Alles ist möglich – und jeder Punkt zählt!

Nach aktuellem Stand dürften beide Mannschaften personell aus dem Vollen schöpfen können. Damit spricht vieles für eine offene und umkämpfte Begegnung, in der Kleinigkeiten den Ausschlag geben könnten. Vielleicht geht es am Ende sogar wieder ins Schlussdoppel. Das wäre zumindest ein gutes Omen für unseren TSV: In den vergangenen vier Jahren konnte unser Team sämtliche vier Schlussdoppel gegen Bergneustadt für sich entscheiden!

Eines steht jedenfalls fest: Die Mannschaft braucht am Sonntag jede Unterstützung von den Rängen. Die shakehandsArena soll einmal mehr zum Faktor werden. Mit der Unterstützung unserer Fans wollen wir den zweiten Saisonsieg einfahren und im Tabellenkeller ein wichtiges Zeichen setzen.

Denn bei aller Anspannung gilt auch: Die Tabelle ist nach sechs Spieltagen noch ausgesprochen eng. Die fünf Mannschaften am Tabellenende trennen gerade einmal ein Sieg. Selbst bis zum Tabellenvierten beträgt der Rückstand unseres TSV lediglich vier Punkte, also zwei Mannschaftserfolge.

Leichte Entwarnung oder Alarmstimmung? Der Sonntag wird eine erste Antwort geben.

Der 7. Spieltag im Überblick:

08.11.26 14:00 Uhr  TSV Bad Königshofen  –  TTC Schwalbe Bergneustadt

08.11.26 15:30 Uhr  ASC Grünwettersbach  – 1. FC Saarbrücken

08.11.26 17:00 Uhr  TTC Liebherr Ochsenhausen  –  TTC OE Bad Homburg

09.11.26 19:00 Uhr  TTC Zugbrücke Grenzau  –  Borussia Düsseldorf

10.11.26 19:00 Uhr Post SV Mühlhausen  –  TTC Rhönsprudel Fulda

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