{"id":11195,"date":"2024-05-29T11:32:24","date_gmt":"2024-05-29T09:32:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tsvbadkoenigshofen-tischtennis.de\/?p=11195"},"modified":"2024-05-29T11:32:24","modified_gmt":"2024-05-29T09:32:24","slug":"eine-titellose-aber-tadellose-saison","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tsvbadkoenigshofen-tischtennis.de\/?p=11195","title":{"rendered":"Eine titellose, aber tadellose Saison"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Der TSV Bad K\u00f6nigshofen scheitert im Play-off-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft und schlie\u00dft die Saison als drittbester Tischtennis-Verein Deutschlands ab<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Bad K\u00f6nigshofen Das siebte Jahr wird in manchen Zusammenh\u00e4ngen als das verflixte siebte bezeichnet oder gar erlebt. Der Bundesligist TSV Bad K\u00f6nigshofen hat in seiner siebten Saison in der TTBL (Tischtennis-Bundesliga) sport- und vereinsspezifisch Historisches geleistet, indem er die Runde als drittbeste Mannschaft Deutschlands hinter dem 1. FC Saarbr\u00fccken und Borussia D\u00fcsseldorf beendete. Im Play-off-Halbfinale startete er mit einem furiosen 3:1-Heimsieg gegen den 33-fachen Deutschen Meister und sechsmaligen Champions-League-Sieger D\u00fcsseldorf, musste sich dann aber nach dem R\u00fcckspiel und Entscheidungsspiel (je 0:3), beide ausw\u00e4rts, verabschieden. Trotzdem war es eine titellose, aber durch und durch tadellose Saison. Diese Redaktion zeichnet Stationen und Gr\u00fcnde dieses Erfolgs nach, aber auch Gefahren und R\u00fcckschl\u00e4ge, die gemeistert werden konnten.<\/p>\n<p><strong><em>Vor der Saison drohte gro\u00dfes Ungemach<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Schlimmer geht nimmer, war die Erkenntnis in den Wochen vor dem Saisonauftakt. Zun\u00e4chst war die Freude \u00fcber die Verpflichtung des Japaners Jin Ueda (33) gro\u00df. Wie Bastian Steger hat er sich entschieden, sich nicht mehr dem weltweiten Turnierstress zu unterziehen, sondern sich voll und ganz auf den TSV zu konzentrieren. Er verkaufte in Japan Haus und Hof und zog mit seiner Frau und zwei Kindern nach Bad K\u00f6nigshofen um. Pl\u00f6tzlich wurde bekannt, dass er wegen eines Wechselfehlers f\u00fcr die gesamte Vorrunde, bis 31. Dezember, gesperrt ist. Es war zwar eine Lapalie, eine Unterschrift, die zwei Tage zu sp\u00e4t vom einzigen bayerischen Bundesligisten beim BTTV eingereicht wurde, weil zwei Entscheidungstr\u00e4ger operiert bzw. auf Reha waren und der dritte sich auf sie verlie\u00df. Wenig sp\u00e4ter zeichnete sich ab, dass der Lokalmatador Kilian Ort nach seiner bis dahin besten Saison sich einer R\u00fccken-OP unterziehen musste, dann sogar einer zweiten, so dass er die ganze Saison kein einziges Spiel bestreiten konnte.<\/p>\n<p><strong><em>Das Fundament war die komplizierte Vorrunde<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In ihr machte ein Trio aus der Not eine Tugend. Bastian Steger, Filip Zeljko und Martin Allegro war klar, dass keiner krank werden, sich verletzen oder sonst irgendwie ausfallen durfte. Es h\u00e4tte sonst die in der TTBL bisher nie da gewesene Situation gedroht, kampflos Punkte abgeben zu m\u00fcssen. \u201eSelbst wenn wir hinten rein rutschen, ist es wichtig, dass wir nicht abrei\u00dfen lassen und uns in der R\u00fcckrunde mit Ueda noch den Klassenerhalt sichern k\u00f6nnen\u201c, lautete, so Manager Andy Albert, die Devise. \u201eSie haben sich zu einer verschworenen Kleingruppe entwickelt und mit unglaublicher Disziplin und Kampfgeist ein ausgeglichenes Punktekonto (10:10) zur Saisonhalbzeit erreicht\u201c, lobt er den Oberpf\u00e4lzer, den Kroaten und den Belgier. Von wegen abrei\u00dfen: Sie gingen als Sechster mit nur zwei Punkten R\u00fcckstand auf den Play-off-Platz 4 in die R\u00fcckrunde \u2013 dann mit Ueda.<\/p>\n<p><strong><em>R\u00fcckschl\u00e4ge und Comeback-Qualit\u00e4ten<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Saisonauftakt mit der 0:3-Heimniederlage gegen Grenzau lie\u00df B\u00f6ses bef\u00fcrchten. Alberts Devise \u201eRuhe bewahren\u201c bestimmte die \u00dcberschrift unseres Vorberichts f\u00fcr das erste Ausw\u00e4rtsspiel in Mainz, das 3:0 gewonnen wurde. Was sehr wichtig war, weil danach zwei Heimniederlagen gegen die Titelanw\u00e4rter Saarbr\u00fccken und D\u00fcsseldorf zu bef\u00fcrchten waren und auch (1:3 und 0:3) folgten. M\u00fchlhausen und Saarbr\u00fccken waren die einzigen Gegner, denen man zwei Mal unterlag. R\u00fcckschl\u00e4ge h\u00e4tten auch die Heimniederlagen gegen Grenzau und Fulda sein k\u00f6nnen. Das erste bemerkenswerte Comeback gelang postwendend mit den Siegen in Fulda (3:2) und gegen den Titel-Mitfavoriten Ochsenhausen (3:1). Es brachte jene n\u00f6tige Ruhe wieder zur\u00fcck, wuchs sogar zu einer kleiner Siegesserie. Ein 3:2 gegen Bergneustadt und ein 3:1 in Gr\u00fcnwettersbach folgten direkt im Anschluss.<\/p>\n<p><strong><em>Mit Ueda kam der Angriff auf die Play-off-Pl\u00e4tze<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Dass Jin Ueda w\u00e4hrend seiner TTBL-Sperre nicht au\u00dfer Form geriet, konnte dadurch verhindert werden, dass er an den \u00f6sterreichischen TTC Wiener Neustadt ausgeliehen wurde. Er war nur in der Champions League spielberechtigt und f\u00fchrte ihn dort ins Halbfinale. Am ersten R\u00fcckrunden-Spieltag deutete Jin beim Heimspiel gegen Werder Bremen an, dass er eine sehr gute Verpflichtung und wichtige Verst\u00e4rkung sein w\u00fcrde. Mit 3:0 fegte er den Weltklassemann Gerassimenko von der Platte und st\u00fctzte die Hoffnungen, dass man das Saisonziel Klassenerhalt auf Play-off-Platz neu definieren k\u00f6nne. In seinem Sog schlug Zeljko den Ex-Vizeweltmeister Falck, und Steger machte gegen Aguirre die Revanche f\u00fcr die Hinspiel-Pleite (0:3) komplett. Ueda blieb mit seiner Bilanz immer im positiven Bereich und war mit zwei Einzelsiegen gegen Timo Boll und Anton K\u00e4llberg beim Play-off-Heimsieg gegen D\u00fcsseldorf Mann des Tages.<\/p>\n<p><strong><em>Starker Teamgeist und ein bisschen Gl\u00fcck in entscheidenden Momenten<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gewiss haben nahezu alle anderen Vereine mehr das Luxus-Problem, sehr gute, ja sogar Weltklassespieler nicht einsetzen zu k\u00f6nnen, weil sie \u00fcber einen breiteren Kader verf\u00fcgen. Beim TSV, in der R\u00fcckrunde zu viert, betraf das nur einen und mit Martin Allegro fast immer den selben. Der junge Belgier ist aber ein so feiner Mensch, fairer Sportler und Teamplayer, dass aus seiner Situation kein Problem entstand. Im Gegenteil: Als hervorragender Doppelspieler, von der Bilanz her der beste in der TTBL, blieb er ungeschlagen und trug mitentscheidend zur Doppelst\u00e4rke und zu f\u00fcnf 3:2-Siegen bei. Beim Abw\u00e4gen der in der Verl\u00e4ngerung entschiedenen S\u00e4tze insgesamt sorgten eine unverkennbare Nervenst\u00e4rke und auch ein bisschen Gl\u00fcck f\u00fcr eine positive TSV-Bilanz. Knackpunkte f\u00fcr den erfolgreichen Saisonverlauf waren jene f\u00fcnf 3:2-Siege allemal.<\/p>\n<p><strong><em>Fans f\u00fcr eins, zwei Punkte pro Satz gut<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Alleinstellungsmerkmal schlechthin f\u00fcr den TSV ist sein \u00fcberragendes Publikum, daheim sowieso, aber auch ausw\u00e4rts. Fan-Busreisen gibt es bei nur einem TT-Club in der Liga, beim TSV. Bastian Steger sch\u00e4tzt die Hilfe durch das TSV-Publikum mit \u201eeins bis zwei Punkten pro Satz\u201c ein. Filip Zeljko schw\u00e4rmt: \u201eWenn man auf die Trib\u00fcnen schaut und den Support mitbekommt, kann man gar nicht anders, als alles f\u00fcr die Fans zu geben.\u201c Selbst Timo Boll war nach der Play-off-Niederlage bei \u201eYes we K\u00d6N\u201c angetan vom Publikum, lobte es \u00fcbersch\u00e4umend, \u201eobwohl es f\u00fcr uns Stress erzeugt hat \u2013 in aller Fairness, wohlgemerkt.\u201c Kristian Karlsson, Doppel-Weltmeister, beschrieb es mal so: \u201eIch war bei Olympia, WM und EM in allen Hallen der Welt. So eine Begeisterung, sogar f\u00fcr den Gegner, gibt es sonst nirgends.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der TSV Bad K\u00f6nigshofen scheitert im Play-off-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft und schlie\u00dft die Saison als drittbester Tischtennis-Verein Deutschlands ab Bad K\u00f6nigshofen Das siebte Jahr wird in manchen Zusammenh\u00e4ngen als das verflixte siebte bezeichnet oder gar erlebt. 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