{"id":10350,"date":"2022-11-28T07:18:55","date_gmt":"2022-11-28T06:18:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tsvbadkoenigshofen-tischtennis.de\/?p=10350"},"modified":"2022-11-28T07:19:41","modified_gmt":"2022-11-28T06:19:41","slug":"keine-sensation-aber-ein-sensationelles-spiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tsvbadkoenigshofen-tischtennis.de\/?p=10350","title":{"rendered":"Keine Sensation, aber ein sensationelles Spiel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kilian Orts Verletzung wog schwerer als die von Dang Qiu und Kai Stumper bei D\u00fcsseldorf \u2013 Warum die Zuschauer auch dem Gegner zujubelten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bad K\u00f6nigshofen (rd)<\/strong> Zu viele Sensationen f\u00fchren dazu, dass sie irgendwann keine mehr sind. Mit der zweiten hintereinander f\u00fcr den TSV Bad K\u00f6nigshofen, nach dem Sieg beim Pokalsieger und Vizemeister Saarbr\u00fccken vor einer Woche, nun gegen den Championsleague-Sieger und 31-fachen Meister D\u00fcsseldorf, wurde es nichts. Obwohl sie eigentlich reif gewesen w\u00e4ren, die Borussen um Timo Boll. Denn bei denen fielen verletzungsbedingt der Europameister Dang Qiu und der neue Stern am deutschen TT-Himmel Kai Stumper aus. Doch da gibt es ja schlie\u00dflich noch einen Kilian Ort, dessen Pech schon gar nicht mehr auf die unr\u00fchmliche Kuhhaut geht. Die Woche \u00fcber ein starkes WTT-Turnier in D\u00fcsseldorf gespielt bis zum Doppelfinale am Freitag. Und als das Spiel der Spiele des Jahres ansteht, verletzt er sich ein weiteres Mal. Wie ein H\u00e4uflein Elend sa\u00df er neben dem H\u00fcftoperierten Martin Allegro, der auch nicht konnte, weshalb sich das TSV-Team selber aufstellte.<\/p>\n<p>Es h\u00e4tte wahrlich und wieder mal beinahe nach zwei Ausw\u00e4rts- zum ersten Heimsieg gereicht, sogar ohne den in Topform befindlichen Local Hero. Basti Steger stellte das 1:0 gegen Ersatzmann Danny Heister (51), den Spielertrainer der G\u00e4ste, in einer einseitigen Partie her. Dann folgte das Spiel, das die Sensation zwar verhinderte, aber sensationell verlief: Die TSV-Neuerwerbung Yukiya Uda (20) im Generationenduell gegen den besten deutschen Spieler aller Zeiten Timo Boll (41), \u201eLieblingsfeind\u201c der K\u00f6nigsh\u00f6fer, die Bolls \u201eLieblings-Publikum\u201c sind. Die ihn schon mit Sprechch\u00f6ren empfingen. Wo gibt es das! Und als er in einem sensationellen Duell den Jungspund aus Japan, auf der letzten Rille laufend, nieder gerungen hatte, da lie\u00dfen sie ihre Ehrerbietung beiden Athleten gleicherma\u00dfen mit \u201eTimo-Timo\u201c und \u201eYukiya-Yukia\u201c-Rufen zukommen.<\/p>\n<p>Das Spiel entschied \u00fcber den sp\u00e4teren Gesamtsieger. H\u00e4tte Uda bei 11:10 und 13:12 einen seiner zwei Matchb\u00e4lle im f\u00fcnften Satz\u00a0 f\u00fcr sich entschieden, dann h\u00e4tte Boll Steger noch so zerlegen k\u00f6nnen, w\u00e4ren Uda\/Zeljko im Entscheidungsdoppel von K\u00e4llberg\/Heister wohl nicht zu schlagen gewesen. 3:11 unterlag Uda im ersten Satz, 11:8 holte sich der Japaner den zweiten. Aber die Legende schlug zur\u00fcck, gewann den dritten wegen Udas zu vieler zu leichter Fehler, die eben ein Boll nicht macht. Die Partie schaukelte sich aber zu einem absoluten Weltklassespiel mit sensationellen Ballwechseln hoch. Uda war im vierten Satz eigentlich schon weg vom Fenster, wehrte bei 9:10 den Matchball ab und kam mit 13:11 ins Spiel zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der f\u00fcnfte Satz \u00fcbertraf dann die meisten jemals in dieser Halle gespielten S\u00e4tze. Uda zog auf 8:5 davon, und Heister holte Boll zur Auszeit an die Bande. Was er danach anders gemacht habe, wurden beide sp\u00e4ter im Bamberger-Talk gefragt. Boll drehte n\u00e4mlich den Satz um zum 10:9 f\u00fcr ihn. Uda gestand, \u201eich denke, er hat am besten aus dem Grand-Smash-Turnier in Singapur gelernt\u201c, als er Boll im Viertelfinale besiegt hatte. W\u00e4hrend Boll rhetorisch geschickt \u201eden jungen, unbek\u00fcmmerten Kerl\u201c lobte, \u201eder schon sehr weit in seiner Entwicklung und ein ganz gro\u00dfer Mehrwert f\u00fcr Bad K\u00f6nigshofen ist.\u201c Und als J\u00fcrgen Halbug nachbohrte, \u201ehabe ich ein paar Kleinigkeiten ver\u00e4ndert\u201c. Schlie\u00dflich geh\u00f6re Gl\u00fcck auch dazu, und das sei heute bei ihm gewesen. \u201eEr hatte ja auch zwei Matchb\u00e4lle. Da habe ich selber gar nicht viel dazu tun m\u00fcssen, um sie abzuwehren.\u201c<\/p>\n<p>Bei seinem finalen vierten, insgesamt f\u00fcnften Matchball war es genau so. Ob nun Gl\u00fcck oder Taktik oder Erfahrung: F\u00fcr solche Momente gibt es manchmal im Tischtennis einfach keine Erkl\u00e4rung. Boll hatte das K\u00f6nigsh\u00f6fer 2:1 verhindert, es f\u00fcr die Borussia gebucht. Der W\u00fclfersh\u00e4user Sigi-Bienen-Ruck nannte das Spiel hernach \u201edas Podest zum Sieg\u201c, der Ex-MdB Frank Hofmann (73) aus Volkach, selbst Tischtennisspieler, schw\u00e4rmte: \u201eDas war Werbung f\u00fcr die Sportart und bringt n\u00e4chsten Sonntag gegen Bergneustadt 100 Zuschauer mehr als normal.\u201c W\u00e4hrend der Kabarettist Fredi Breunig aus Salz den knappen Spielausgang im f\u00fcnften Satz, 15:13 f\u00fcr Boll, \u201e\u00fcms Orschlagge\u201c nannte.<\/p>\n<p>Dass Anton K\u00e4llberg, Vorjahres-Bilanz 25:2, heuer 5:0, f\u00fcr Filip Zeljko eine Nummer zu gro\u00df sein w\u00fcrde, best\u00e4tigte sich. Der \u201eLieblings-Filip\u201c der \u201eTT-Ultras\u201c wuchs diesmal nicht \u00fcber sich hinaus, entt\u00e4uschte und war selber am meisten entt\u00e4uscht. Den Ultras fehlte zur H\u00f6chstleistung aber auch ihr frisch H\u00fcftoperierter Vorbeter Josef Weber.\u00a0 Und Basti Steger erging es im Kumpel-Duell gegen seinen ehemaligen National- und Borussia-Kollegen Timo Boll, beide 41, nicht viel besser. Basti war schon mal n\u00e4her dran an Timo, auch im letzten und vorletzten Jahr. Der Abstand ist wieder etwas gr\u00f6\u00dfer geworden. Und die Aura um Timo Boll hat schon ihre Begr\u00fcndung. Wie beide zusammen hinterher aber gefeiert wurden, das ging vielen der 1000 Zuschauenden schon unter die Haut.<\/p>\n<p><strong>Ergebnisse:<\/strong><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">TSV Bad K\u00f6nigshofen \u2013 Borussia D\u00fcsseldorf 1:3<\/span><br \/>\nBastian Steger \u2013 Danny Heister\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 3:0 (11:3\/11:3\/11:7)<br \/>\nYukiya Uda \u2013 Timo Boll\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 2:3 (3:11\/11:8\/7:11\/13:11\/13:15)<br \/>\nFilip Zeljko \u2013 Anton K\u00e4llberg\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 0:3 (4:11\/9:11\/5:11)<br \/>\nBastian Steger \u2013 Timo Boll\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 0:3 (4:11\/5:11\/7:11)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kilian Orts Verletzung wog schwerer als die von Dang Qiu und Kai Stumper bei D\u00fcsseldorf \u2013 Warum die Zuschauer auch dem Gegner zujubelten Bad K\u00f6nigshofen (rd) Zu viele Sensationen f\u00fchren dazu, dass sie irgendwann keine mehr sind. 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