Duda machte den Unterschied

Bild TSV: Auch auf scheinbar drei Beinen hatte Mizuki Oikawa keine Chance, das Spiel gegen Benedikt Duda zu gewinnen Bild TSV: Auch auf scheinbar drei Beinen hatte Mizuki Oikawa keine Chance, das Spiel gegen Benedikt Duda zu gewinnen
TSV unterliegt dem TTC Bergneustadt und macht Sympathiepunkte
Bad Königshofen (rd) Am viertletzten Spieltag der Saison konnte im vorletzten Heimspiel des TSV Bad Königshofen eine Vorentscheidung darüber fallen, welcher dieser beiden 3:0-Sieger des Vorsonntags am Ende wohl den Mittelfeldplatz 7 würde belegen können. Nach dem Sieg der Gäste ist aber wieder alles offen. Dabei machte ein Mann den Unterschied: Benedikt Duda, Nationalspieler und Nr. 49 der Weltrangliste, seit Wochen in bestechender Form spielend, war wohl der beste deutsche Spieler, den es bisher (vor dem Düsseldorf-Spiel) in der Shakehands-Arena zu sehen gab. Denn das gab es in den 14 Spielen vorher nie, dass einer gegen beide Königshöfer Spitzenspieler gewann, nicht Jorgic oder, sondern und Oikawa.
Dabei hatte der Nachmittag so Erfolg-versprechend begonnen für die Gastgeber. Dem Einser Mizuki Oikawa wurde Kamal Achanta, Indiens Nummer 1, vorgesetzt: Ein eleganter, geschmeidiger Weltklasse-Spieler, der jede Schlagvariante in Perfektion beherrscht. Das Publikum war aber sofort da. Mizuki Oikawa ebenso und zwang Achanta von Beginn an sein Spiel auf: Die Quintessenz einer Akribie, mit welcher der kleine Japaner seine Profession betreibt. Die ersten zwei Sätze gingen somit relativ ungefährdet an Oikawa, ein leichtes Spiel war es aber mitnichten. Achanta hatte dazu gelernt, ging im dritten Satz mit 4:0 in Führung und zog exakt diesen Vorsprung bis ins Ziel durch zum 11:7. Im vierten Satz ging nach ständigem Hin und Her der TSV´ler mit 8:7 zum ersten Mal in Führung und machte mit 11:9 den Sack zu zur 1:0-Führung für Bad Königshofen.
Das nächste Match, das war zu erwarten, konnte eine Vorentscheidung bringen. Der slowenische Senkrechtstarter Darko Jorgic gegen den Linkshänder Benedikt Duda. Auch Jorgic war sofort auf Betriebstemperatur, zog im ersten Satz von 6:6 auf 11:6 davon. Im zweiten drehte er einen 7:9-Rückstand zum 11:9. Alles sah zwar nicht so locker aus wie sonst. Aber er schien wieder in die Rolle des Mentalmonster geschlüpft, zumal mit diesem Publikum im Rücken, und den Weg zu seinem und zum Sieg seines Teams ebnen zu können. Dann aber der obligatorische Verlust des dritten Satzes, wobei das klare 4:11 aber mehr war als nur mal einen Moment nachgelassen. Das hatte nichts mit Leichtsinn zu tun. Duda war da: Eine fantastische Symbiose aus Kraft und Eleganz, aus Effektivität und Emotionalität. 4:11 ging auch der vierte Satz an ihn, und im fünften hing es bei 5:5 wie ein Menetekel über dem Tisch: Hier und jetzt entscheidet sich nicht nur dieses Match, sondern das ganze Spiel. Fortan fand Jorgic einfach kein Mittel mehr gegen diesen wie entfesselt aufpielenden Benedikt Duda, holte keinen Punkt mehr und verlor ihn mit 5:11. Duda war das Mentalmonster.
Das dritte Spiel des Tages war ein mit positiven Emotionen belastetes – zunächst. Stammspieler Kilian Ort hatte den Platz geräumt für ein Danke-schön-Spiel für seinen jahrelangen Wegbegleiter Christoph Schüller, von der Landesliga Nord bis zur Meisterschaft in der 2. Bundesliga. Der hatte am Abend zuvor bis 23 Uhr mit dem TSV Bad Königshofen II in der Bayernliga Nord noch die Tabellenführung verteidigt und durfte nun das Spiel seines Lebens machen: Gegen die Nr. 39 der Weltrangliste Alvaro Robles. Im ersten Satz spielten jene Emotionen noch eine zu sehr belastende Rolle. Doch dann entfesselte sich Schüller selber und alle Beteiligten spielten eine fantastische Rolle: Schüller kämpfte wie ein Löwe und sah phasenweise wirklich sehr gut aus. Auch weil Robles ein ganz feines Gespür für die Situation hatte, die entsprechende sportliche und menschliche Klasse, seinen Gegner wie einen guten Freund mitspielen und gut aussehen zu lassen.
Und das Publikum zeigte seine wahre Größe, indem es die in Endlos-Rallyes mündenden, spektakulären Ballwechsel, die Ballonabwehr des Spaniers und die Schmetterbälle des Kleinbardorfers mit „Christoph-Christoph“-Anfeuerungsrufen und großem Applaus bedachte. Im zweiten Satz (8:11) spielte er schon etwas lockerer, im dritten (11:8) selbstbewusst und aggressiv und im vierten (6:11) wieder sehr respektabel mit. Danach raus aus dem Centercourt und vor die TV-Kamera zum Interview mit Charly Hilpert von Bayern 3: ein gelungenes, sympatisches Intermezzo – aber Spielstand 1:2.
Zu gewinnen wäre das Spiel noch gewesen, wenn Mizuki Oikawa gegen Benedikt Duda gewonnen hätte, so wie den ersten Satz. Den klaute er seinem Gegner noch trotz 6:9-Rückstand mit 11:9. Doch hier war schon abzusehen, dass man einen Satz, aber kein ganzes Spiel klauen kann. Duda holte sich das „Diebesgut“ dreifach zurück, gewann die nächsten drei Sätze klar und das Spiel für die TTC Bergneustadt mit 3:1. Der TSV hat in dieser Saison schon unglücklicher verloren. Und der Neuzugang Bence Majorios, schüchtern und beeindruckt von der Atmosphäre wie ein Schulbub, konnte sich live ein Bild davon machen, worauf er sich da eingelassen hat.

Termine TTBL

Keine Termine

Nächsten Spiele

Keine Termine

Saisonheft


Hier Downloaden

Zum Seitenanfang