„Mitsou“ Mizuki Oikawa macht die Fans glücklich

Bild TSV: "Mitsou" Mizuki Oikawa macht die Fans glücklich. Vorallem der 4.Satz gegen Ricardo Walther hatte es in sich. Bild TSV: "Mitsou" Mizuki Oikawa macht die Fans glücklich. Vorallem der 4.Satz gegen Ricardo Walther hatte es in sich.
Ein atemberaubendes Spiel wandelt der TSV in einen Sieg
Bad Königshofen (rd) Der für die Musik verantwortliche Christian Bregulla hatte ein feines Händchen und spielte eine nicht unbedeutende Nebenrolle bei diesem unfassbaren Sportevent in der Bad Königshöfer Shekehands-Arena. Wer sich um die Stimmung beim TSV, in der Mannschaft oder beim Publikum Sorgen gemacht hatte, wegen des bevorstehenden Wechsels von Darko Jorgic nach Saarbrücken, wegen der Nackenverletzung von Kilian Ort und wegen der Landung von Mizuki Oikawas Flieger aus Japan nachts um eins, der wurde eines Schöneren belehrt. Die Mannschaft und die 610 Fans toppten wieder einmal alles bisher Dagewesene. Es waren knapp dreieinhalb Stunden gespielt. Die Nummer 1 der U21-Weltrangliste Mizuki Oikawa musste gegen den vom Gast aus taktischen Gründen auf 2 gesetzten Nationalspieler, die Nr. 27 der Weltrangliste, Ricardo Walther an die Platte. Es stand 2:2, das alles entscheidende Spiel. Sein erstes hatte „Mi-zu-ki“, wie er frenetisch von den Fans immer wieder unterstützt wurde, um ihm über den Jetlag hinweg zu helfen, 0:3 gegen Dang Qiu verloren.
Eigentlich war es nachts halb drei für den kleinen Irrwisch mit unfassbarer Beinarbeit und der Kampfmoral eines Samurai-Kämpfers. Christian Bregulla hatte im dritten Satz beim Stand von 9:8 und Timeout nach diversen anderen, die Emotionen aufrührenden Songs, vielleicht den wichtigsten des Abends eingespielt: „Es war am Fujiyama“ mit „Mitsou, Mitsou, Mitsou, mein ganzes Glück bist du.“ Und jetzt am Ende des fünften verwandelte Mizuki, nachdem er im vierten Satz bereits einen Matchball vergeben hatte, seinen dritten zum 11:9, fiel vor Erschöpfung rücklings auf den Hallenboden und konnte nur noch die Fäuste in die Höhe recken. Die Halle tobte. Was könnte diese Mannschaft noch alles in der Bundesliga erreichen, wenn man sie nur zusammen ließe.
In diesem Glücksmoment dachte aber kaum jemand so melancholisch. Zu schön war der Moment, zu begeisternd dieser - eher öfter als seltener – Weltklasse-Sport. Hallensprecher Jürgen Halbig hatte beim Einzug der Gladiatoren die Homepage des TSV zitiert: „Sie müssen sich warm anziehen, die Gäste, wenn sie im Hexenkessel Shakehands-Arena ihren Hinspielsieg wiederholen wollen. Ich bin mal gespannt, was sie angezogen haben.“ So viel vorweg: Sie waren sehr gut gekleidet, mussten auf ihren Japaner Morizono verzichten und spielten genau so stark, wie man ihnen nach ihrem großartigen Auftritt gegen Fulda zugetraut hatte, verstärkt diesmal durch den dort noch erkrankten Vizeeuropameister Ricardo Walter. Der WR-27. musste aber bereits die erste Revanche fürs Hinspiel (3:1 gegen Darko Jorgic) schlucken. Die Vorglüh-Phase erster Satz verlor der junge Slowene noch mit 9:11. Das Publikum hatte ihm aber bei den ersten Ballwechseln gleich mal zu verstehen gegeben, dass man seine Wechsel-Entscheidung respektiert, und trieb ihn, wie immer, mit frenetischen „Darko-Darko“-Rufen nach vorne. Im zweiten Satz nahm er Fahrt auf, 11:5. Im dritten zeigte ihm Walther, dass ihm die Bäume auch nicht in den Himmel wachsen. Im vierten stand er vor dem Tor zur Hölle. Wenn er verloren hätte, wären die Hoffungen stark gesunken. Unter „seismografischem Jubel“ (O-Ton Jürgen Halbig) drehte er aber den Satz und befreite sich am eigenen Schopf nach 5:9 noch mit 11:9 aus dem Fegefeuer. Um sich im fünften auf einmal am Tor zum Tischtennis-Himmel wieder zu finden. Mit einer Lawine von Weltklasse-Tischtennis überrollte Jorgic den deutschen Nationalspieler mit 8:0, brachte den Satz mit 11:2 heim und sein Team 1:0 in Führung.
Nun bekam es Mizuki Oikawa mit dem stark verbesserten Dang Qiu zu tun, der gegen Fulda schon so spektakulär aufgespielt hatte. 3:11 im ersten Satz, drei Satzbälle im zweiten und dennoch 12:14. Im dritten Satz wieder zwei Satzbälle bei 10:8 und dann die Enttäuschung zum 10:12. Mizuki bekam viel Applaus, aber vermischt mit einer Portion Mitleid. Am Abgrund war die Stimmung nun zwar nicht zur Pause, aber vorübergehend gedrückt, weil der Rückstand drohte. Wie sollte der für Kilian Ort schon wieder eingesprungene Ersatzmann Filip Zeljko, der keinem Kader und keiner Trainingsgruppe angehört und keine Turniere spielt, dem Engläner Sam Walker (WR 80) Paroli bieten? Und ob er dies schaffte! Zeljko kämpfte wie ein Löwe und verlor dennoch 1:3. Euphorie, Talent und Kampfgeist unterlagen gegen Routine und Erfahrung.
Den Ausgleich zum 2:2 stellte Darko Jorgic her, bekam aber die tolle aktuelle Form von Kilian Orts Freund Dang Qiu zu spüren. Nur im zweiten Satz zeigte Jorgic Schwächen, drehte im dritten ein 1:6 zum 11:8. Im vierten zog er nach 2:6 auf 10:6 davon und machte mit einer unglaublichen Rückhand-Peitsche zum 11:9 und zu: 2:2 und fünftes Spiel! Jetzt kam Mizuki Oikawa aus der Versenkung. Zwei Stunden lang war er nach seiner Auftaktniederlage in der Halle nicht zu sehen und schlug Ricardo Walther in einem epischen Kampf. „Mitsou“ Mizuki machte also die Fans glücklich, so wie von Jaqueline Boyer in ihrem 1963 entstandenen Lied versprochen, und brachte den vierten Bundesligasieg in trockene Tücher. Zum ersten Mal wurde dabei ein Rückstand gekippt und das Publikum hatte kräftig mitgeholfen.
Statistik zum Spiel:
Jorgic-Walther 3:2 (9:11,11:5,6:11,11:9,11:2)
Oikawa – Qiu 0:3 (3:11,12:14,10:12)
Zeljko – Walker 1:3 (10:12,9:11,11:8,10:12)
Jorgic – Qiu 3:1 (11:9,7:11,11:8,11:9)
Oikawa – Walther 3:2 (7:11,11:8,11:5,11:13,11:9)
Oberschiedsrichter: Johannes Kühhorn
Zuschauer: 610

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