Warum der TSV in Saarbrücken nichts zu verlieren hat

TTBL

Beim Gastspiel in Saarbrücken ist der TSV in der Außenseiterrolle

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Mittwoch, 08. September, 19 Uhr:
1. FC Saarbrücken-TT – TSV Bad Königshofen

Saarbrücken (rd) Es ist ja nicht so, dass in dieser fünften Bundesliga-Saison des TSV Bad Königshofen die Gegner und die Spiele irgendwann leichter und somit die Siege häufiger werden. Aber das Auftaktprogramm hätte schwieriger nicht sein können als heuer. Kilian Ort meint, „der Spielplan hat es nicht einfach gemeint mit uns. Das setzt sich jetzt fort mit Saarbrücken.“ Begonnen wurde gegen Ochsenhausen, den Dritten am Ende der vergangenen Saison. Es folgten Mühlhausen, wo man vorher nie gewann, und Düsseldorf, der Triple-Sieger. Heute steht Saarbrücken an, der Zweite, und am Samstag (11. September, 19 Uhr) Grünwettersbach, der Vierte. In der vergangenen Saison durfte man im Sommer gegen Fulda beginnen und gewinnen, verlor dann in Bremen, gegen Bergneustadt, in Neu-Ulm und erst dann in Düsseldorf. 2:8 Startpunkte. Ein Schelm, wer damals davon geträumt hätte, dass man bis zum letzten Spieltag um den Play-Off-Platz 4 mit im Rennen sein würde.

Schlechter kann der Start heuer dennoch nicht geraten mit momentan 2:4, für besser gibt es noch zwei Chancen. Wobei dieser 1. FC Saarbrücken TT der einzige Verein dieser TTBL ist, gegen den man noch nie gewinnen konnte. Und gegen Grünwettersbach gab es erst einen Sieg. So betrachtet könnte man eigentlich ganz gelassen hinüber ins Saarland fahren, wäre da nicht die neue Situation, dass die Liga noch nie, seit der TSV dabei ist, so ausgeglichen und so ausgeglichen stark war. Zum einen haben sich die vermeintlich Schwächeren erheblich verstärkt. Bad Homburg hat jetzt noch einen Japaner einfliegen lassen. Zum anderen haben blutjunge, bisher zwar schon bekannte, aber noch nicht so starke Nachwuchsleute mächtige Entwicklungssprünge gemacht. So dass es gegen keinen Gegner leicht zu gewinnen geht. „Wir müssen wirklich aufpassen“, warnt Kilian Ort, „auch wenn es den einen oder anderen Optimisten im Verein gibt. Das ist ja auch gut so.“

In Grenzen halten wird sich auch die Wiedersehensfreude mit Darko Jorgic. Als der damals 17-jährige Slowene aus der italienischen zweiten Liga nach Bad Königshofen kam, das soeben in die Bundesliga aufgestiegen war, da war die Win-Win-Situation begonnen. Er wollte „irgendwann einmal die Nummer 1 der Welt werden.“ Er kam von um die 300, spielte eine hervorragende Saison und wechselte nach Saarbrücken. Heute ist er 23 und die Nr. 31.

Kilian Ort ist sich der Situation bewusst, dass man auch heuer in die meisten Spiele als Außenseiter geht. „Wir wollen so schnell wie möglich die nötigen Punkte beisammen haben. Deshalb wollen wir Saarbrücken einen heißen Fight liefern.“ Den Gastgebern fehlt weiterhin der Chinese Chang Kun, der voraussichtlich erst im Oktober kommt. Tomas Polansky wird ihn solange ersetzen. „Ich habe gegen ihn in Budapest im Halbfinale gespielt“, meint Ort. „Er ist ein herausragender Spieler. Ich habe ganz, ganz glücklich gegen ihn gewonnen. Das war das Spiel, bei dem ich mich am unterlegensten gefühlt habe. Wenn du den als Ersatzmann hast, dann brauchst du dich nicht zu beklagen. Der würde, außer bei Borussia, in jeder Mannschaft spielen. Das sagt der Basti auch. Ein Ersatzmann ist er wirklich nicht.“

Patrick Franziska, Weltrangliste Nr. 13, Europa Nr. 4, hat in Tokio Silber mit der Mannschaft geholt, kam in jedem Spiel zum Einsatz. „Auch er ist gut in die Saison rein gekommen, wobei Saarbrücken mit den schnellen Verhältnissen (Tisch, Boden, Bälle) extrem heimstark ist. Er spielt nach dem Aufschlag den ersten Ball extrem aggressiv.“ Bliebe Darko Jorgic: „Er kennt uns natürlich gut, wir ihn auch. Er hat besonders gefährliche Aufschläge und vor Olympia bei der EM gegen Filip Zeljko 4:2 gewonnen. Wenn´s bei ihm läuft, wird’s schwer. Aber irgendwann reißt jede Serie mal. Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben und dann sehen. Wer von uns spielt, das lassen wir mal als Denksportaufgabe für unseren Gegner so stehen.“