Das Drama von Bergneustadt

Bild TSV: Vor einer Woche noch auf Schultern getragen, gestern mit hängenden Schultern: Der tragische Held des TSV Bad Königshofen bei der unglücklichen 2:3-Niederlage in Bergneustadt -Darko Jorgic. Bild TSV: Vor einer Woche noch auf Schultern getragen, gestern mit hängenden Schultern: Der tragische Held des TSV Bad Königshofen bei der unglücklichen 2:3-Niederlage in Bergneustadt -Darko Jorgic.
Der TSV gibt sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand
Bad Königshofen (rd) Im vierten Auswärtsspiel des Bundesliga-Neulings TSV Bad Königshofen am sechsten Spieltag beim TTC Schwalbe Bergneustadt war mehr als alles drin, was ein Spiel zu einem Krimi macht. Nach den ersten zwei Partien der Einser und Zweier schien es sogar ein Lust-Spiel mit Happy End für die Mannschaft um Kilian Ort zu werden. Es wurde eine Tragik-Komödie für das TSV-Trio. Man führte 2:0 und hatte noch drei Optionen zum zweiten Bundesligasieg. Gleich das erste Match war eine Nerven-Schlacht über fünf Sätze. Der TSV-Zweier Darko Jorgic hatte es im Duell der zwei Spieler mit positiver Einzel-Bilanz mit dem deutschen Nationalspieler Benedikt Duda, Nummer 43 der Weltrangliste, zu tun. Die paar im Rheinland wohnenden Schlachtenbummler der Königshöfer hatten alle Hände voll zu tun, um den „Bene-Bene“-Anfeuerungsrufen, den Trompeten, Tröten, Rasseln und Trommeln der Einheimischen Paroli zu bieten.
Nach mit 8:11 verlorenem ersten Satz startete Jorgic furios in den zweiten, stellte sein Spiel etwas um, griff den Linkshänder auf die von Linkshändern geliebte Vorhandseite an und gewann 11:3. Der dritte Satz verlief total ausgeglichen: Von 1:1 bis 9:9 kam keiner mehr als einen Punkt weg. Hinten raus waren es doch zwei, 11:9 für Duda. Den vierten Durchgang holte sich wieder Jorgic, der sich auch durch einige Unforced Errors nicht aus der Balance bringen ließ. Im fünften Satz sah es aber zunächst schlimm aus, 0:7 gegen Jorgic. Alles schien sich gegen ihn verschworen zu haben. Doch der 19-Jährige schaffte das Unmögliche doch noch, riss das Ruder herum und holte sich über 6:9, 9:9 mit dem vierten Matchball, einen hatte Duda, mit 15:13 den Satz, das Spiel zur 1:0-Führung.
Auch Mizuki Oikawa hatte es mit einem Linkshänder zu tun, dem Spanier Alvaro Robles, WR 62.   Den ersten Satz holte er sich mit 11:8, den zweiten gar mit 11:4. Das sah doch sehr gut aus. Im dritten klappte aber gar nichts, schien ihn der Jetlag wieder eingefangen zu haben – 3:11. Doch im vierten Satz war Mizuki wieder da, spielte riskante Aufschläge, seine Reaktionsschnelligkeit war nahe an der Grenze zum puren Reflex. Bei 10:9 nahm Robles eine Auszeit, bei 11:9 war es mucksmäuschenstill in der SchwalbeArena, denn ein Oikawa freut sich eben asiatisch höflich, ein Trainer Koji Itagaki ebenso. Bad Königshofen führte 2:0 und hatte diese drei Optionen zum Sieg.
Doch jetzt musste im Nationalspieler-Duell Bundeswehr-Gefreiter Ort in die Box, die Nr. 159 der Weltrangliste, gegen die 83, ehemals 25, den Deutschen Meister 2013 und Vizemeister 2016 Steffen Mengel, der noch ohne Sieg in dieser Saison war. Ort begann, wie seine Kollegen aufgehört hatten, mit einem Satzgewinn (11:9). Doch hier wurde es nach klarer Führung hinten raus schon immer enger. Mengel nutzte die vergebliche Aufholjagd, seine Form zu finden, gewann den zweiten Durchgang 11:5, den dritten 11:4. Der vierte Satz zeigte endgültig den Kilian von vor einer Woche: „Immer einen Schritt zu spät dran, jeden Ball 10 km/h langsamer.“ Nach 1:0 ließ er Mengel davon ziehen und konnte ihn nicht mehr einholen – 2:1, erste Option weg.
„Die Hoffnung lebt wieder“, rief der Hallensprecher zur Aufholjagd. Dann musste Mizuki Oikawa im Einser-Duell Lehrgeld zahlen, führte 2:1 nach Sätzen gegen Duda und verlor noch 2:3 – zweite Option weg. Alle Königshöfer Hoffnungen waren nun auf Jorgic gerichtet, der sich auch unter der Woche bei den Belgium Open auf einem Flow befand und ihn hier fortzusetzen gedachte. Gegen einen Robles mit negativer Einzel-Bilanz. Doch Darko ist auch nur ein Mensch. Den ersten Satz drehte er von 3:6 zum 7:7 und 11:9. Im zweiten wehrte er bei 7:10 drei Satzbälle ab, gewann mit 13:11. Wo hat dieser Junge nur diese Nerven her, musste man sich in der Halle fragen, in der es immer stiller wurde. Als der dritte mit 7:11 weg ging, dachte man, das war dieser eine Satz, den Jorgic gewöhnlich bei Siegen mindestens abgibt. Im vierten Satz gab es bei erneutem 7:10 kein Comeback, sondern den Satzausgleich zum 2:2.
Und im fünften trieben es die beiden Sportler auf die Spitze mit der Dramatik. Jorgic zog wie entfesselt auf 6:0 und 7:1 weg. Doch dann packte ihn Fortuna, die ihm gegen Duda vielleicht ein bisschen geholfen hatte, am Schlafittchen und holte ihn herunter von seinem Höhenflug. „Ein unfassbares Match“, befand hinterher der Lokalmatador Benedikt Duda. Robles kam auf 9:8 heran, Jorgic führte 10:8, hatte zwei Gesamt-Sieg-Bälle. Nach 3:25 Stunden war bei 10:10 alles drin, Jubel und Trauer für beide. Nach 3:26 jubelten Robles und die 110 Zuschauer, und der Hallensprecher und Benedikt Duda waren sich im Interview einig, dass „diese paar Sekunden die Wende in der Saison und den Angriff auf die Play-Offs“ eingeleitet haben.
Ergebnisse:
Duda – Jorgic   2:3    (11:8/3:11/11:9/7:11/13:15)
Robles – Oikawa 1:3  (8:11/4:11/11:3/9:11)
Mengel – Ort    3:1   (9:11/11:5/11:4/11:7)
Duda – Oikawa 3:2   (12:10/8:11/5:11/11:4/11:6)
Robles – Jorgic 3:2   (9:11/11:13/11:7/11:7/12:10)
Oberschiedsrichter: Hans-Georg Vaaßen
Zuschauer: 110
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