Ein denkwürdiges Sportereignis

Bild TSV: Das erste Heimspiel in der Bundesliga wird den Zuschauern in der gut gefüllten Shakehands-Arena lange in Erinnerung bleiben Bild TSV: Das erste Heimspiel in der Bundesliga wird den Zuschauern in der gut gefüllten Shakehands-Arena lange in Erinnerung bleiben
Das erste Heimspiel des TSV in der Bundesliga wird lange in Erinnerung bleiben
Bad Königshofen (rd) Es war ein denkwürdiger Nachmittag, dieser 3. September, und ein Sport-historischer für die Sport-Stadt Bad Königshofen: Es fand das erste Heimspiel des TSV in der 1. Tischtennis-Bundesliga Herren, der TTBL, in der Shakehands-Arena statt. Das nackte Ergebnis: Die zweite Saison-Niederlage fiel mit 2:3 noch etwas knapper aus als die erste 14 Tage zuvor in Bremen. Aber was war denn da los in der Shakehands-Arena! Der Underdog, der Aufsteiger und krasse Außenseiter war bis auf ein paar winzige Pünktchen nur entfernt vom ersten Sieg – gegen keinen Geringeren als den ehemaligen deutschen Vizemeister 1. FC Saarbrücken. Dessen Spieler tauchen in der Weltrangliste im Durchschnitt zwischen 20 und 30 auf, während kein Königshöfer, die jüngste Bundesligamannschaft (19,8) aller Zeiten, unter den ersten 100 zu finden ist. Nur fünf Bälle war Kilian Ort von der Sensation entfernt, hätte das bisher wichtigste Kapitel des TSV-TT-Märchens geschrieben. Da blieb er mit dem Schläger im alles entscheidenden fünften Spiel, im fünften Satz, beim Stand von 6:6 mit ihm an der Tischkante hängen. Das Spielgerät schoss Katapult-artig durch die Halle und ging zu Bruch. Mit dem Ersatzschläger verlor er die nächsten vier Punkte – und das Happy End war dahin, verschoben, nicht aufgehoben.
Das spürten auch die 685 Zuschauer, die teils von weit her angereist waren, wie die Autokennzeichen draußen in der Umgebung der Halle verrieten. Drinnen war alles mit aller Technik, aber auch mit viel Sinn für ein sportlich-wohnliches Ambiente, fein hergerichtet. Zusatztribünen unten im Erdgeschoss der Halle erhöhten die Zuschauer-Kapazität. Die Spieler beider Mannschaften betraten, mit Einlaufkindern vom TSV-Nachwuchs an der Hand, die Arena, eloquent und kompetent von Hallensprecher in Wort und Beamer-Bild vorgestellt von Hallensprecher Jürgen Halbig. Allein auf der Tribüne haperte es noch mit der Akustik. Es soll an der Platzierung der neuen Lautsprecherboxen liegen.
Auch die überregionalen Medien haben das Bad Königshöfer Tischtennis-Projekt entdeckt – und gewürdigt. Vor Ort waren das Bayerische Fernsehen mit Sportredakteur Nils Hahn und der Bayerische Rundfunk. Live übertragen wurde auf SportDeutschland.tv, in Ausschnitten noch am selben Abend in der Sendung „Blickpunkt Sport“ des BR. Bürgermeister Thomas Helbling und einige Stadträte gaben sich die Ehre, Kurdirektor Werner Angermüller als Stammgast sowieso. Und, so der Kommentar vieler Zuschauer, „man merkt, dass Wahlkampf ist“, Mandatsträger aus der Politik: Sabine Dittmar aus der Bundes-, Steffen Vogel aus der Landespolitik. Während der ehemalige Bundestagsabgeordnete Frank Hofmann aus Sommerach seltenst ein Heimspiel versäumt und über Wahlkampf nur noch schmunzelt.
Ganz angetan war der zukünftige Sportchef der Mainpost, der Eibelstädter Norbert Hohler. Er zog Vergleiche mit der neunjährigen Bundesliga-Zugehörigkeit der Würzburger als Kickers und dann unter verschiedenen Namen und Kooperationen. „Was ihr hier auf die Beine stellt, habe ich beim Tischtennis noch nie gesehen“, so sein Kommentar. Es passte aber auch – fast – alles zusammen, an diesem denkwürdigen Sonntagnachmittag: Die sportlichen Hochleistungen, die Spannung, die Dramaturgie, die ein Hitchcock, lebte er noch, erst erfinden müsste. Dreieinhalb Stunden kurzweilige Unterhaltung auf höchstem Level euphoriserten die Zuschauer so sehr, dass ihnen nicht einmal das „Bad End“ aufstieß. Als ob das Ergebnis nur Staffage wäre, erhoben sie sich nach dem letzten, von Saarbrücken gewonnenen Ballwechsel und huldigten mit lang anhaltendem Applaus und Sprechchören den Sportlern beider Mannschaften.
Nur ein kleiner, aber nicht unbedeutender Wermutstropfen platschte auf den Halleboden. Dort hätte sich mancher Zuschauer, der drei Stunden lang alle zum Beifall Klatschen nötigen Muskeln strapaziert hatte, eine deutlicher sichtbare Geste des Danks der Sportler an die Fans gewünscht. Denn diese Sportler sind auf ihre Art Künstler und Künstler sollen angeblich vom Applaus der Zuschauer leben. Da waren sie zusammen mit Vyborny und Klasek eigentlich schon ein Stück weiter. Doch das werden sie bestimmt auch noch hinkriegen auf ihrem Lernprozess beim Projekt 1. Bundesliga.

Stimmen zum Spiel:

Matthias Haase (Bad Kissingen): „Es war ein sehr spannendes und hochklassiges Spiel und zwar mit Chancen, es tatsächlich zu gewinnen. Schade, aber es wird noch klappen, wenn sie so weiter machen. Die Zuschauer waren wieder super und sind für manchen gewonnenen Punkt verantwortlich. So darf´s ruhig weiter gehen.“
Matthias Braun (München, ehemaliger Königshöfer und TSV-Spieler): „Im fünften Satz des fünften Spiels beim Spielstand von 6:6 habe ich schon meine Rückreisepläne geändert und wollte erst am Montag früh zurück fahren, um den Shakehands-Freund den Sieg hier mit feiern zu lassen. Entscheidend war für mich, dass Kilian dann seinen Schläger zerbrochen hat, weil der andere kein identischer Schläger ist. Damit sind auch die Hoffnungen auf den Sieg zerbrochen. Ich bin überrascht von der Qualität der Mannschaft. Mein Tipp mit Platz 6, denke ich, geht auf.“
Uwe Elzner (Illmenau): „Ich spiele selber Tischtennis in der Kreisliga und war heute das zweite Mal hier. Ich finde das ganz beachtlich, was das kleine Nest hier, Entschuldigung Bad Königshofen, auf die Beine stellt. Das war Tischtennis vom Allerfeinsten. Diese Mannschaft wird ihren Weg gehen. Das heute war eine denkbar unglückliche Niederlage.“

Letzte Änderung am Sonntag, 10 September 2017 10:33

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